Sonntag wird der Dreienberg zum Informationsort – zwölf wissenschaftliche Stationen

Forscher stellen Arbeit vor

Informieren: Der erste Tag der naturkundlichen Forschung im Biosphärenreservat Rhön findet am Sonntag, 1. Juni, auf dem Dreienberg bei Friedewald statt. Dabei wird auch das Thema Totholz als Lebensraum behandelt. Foto: nh

Motzfeld. Insgesamt zwölf Forscherteams die aktuell im Biosphärenreservat Rhön im Einsatz sind, werden am Sonntag, 1. Juni, im Naturschutzgebiet Dreienberg beispielhaft ihre neuesten Arbeiten, Methoden und Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.

„Von den rund 40 000 wild lebenden Tierarten in Deutschland dürfen wir in der Rhön mindestens 10 000 erwarten“, sagt Ewald Sauer von der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates. Schon alleine in den Wäldern ist nach neuesten Forschungen mit etwa 5000 bis 6000 Tierarten zu rechnen. „Ganz genau wird aber jetzt nochmal hingeschaut“, so Sauer.

Mit der Ausweisung der Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön hat das Land Hessen auch die besondere Verpflichtung übernommen, die natürlichen Sukzessionsprozesse sowie Habitatsansprüche und Populationsentwicklungen der Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich zu erforschen und zu dokumentieren.

Deswegen wurde vor zwölf Jahren mit der systematischen Erforschung der zukünftigen „Urwälder aus zweiter Hand“ im gesamten Biosphärenreservat begonnen. Der Dreienberg gilt zu den am besten erforschten Gebieten im Biosphärenreservat Rhön. Die Waldstrukturen werden auf 117 Dauerbeobachtungsflächen mit je 0,1 Hektar Größe wissenschaftlich untersucht und die Daten über Computerprogramme ausgewertet. „So ist es möglich, natürliche Walddynamik zu studieren und diese Erkenntnisse bei der Behandlung unserer Wirtschaftswälder einfließen zu lassen“, so Sauer.

Daneben werden derzeit in der hessischen Rhön Waldinsekten, insbesondere totholzgebundene Käfer, Fledermäuse, Tag- und Nachtfalter, Waldvögel, Wildbienen, Wildkatze und Luchs untersucht. Einen breiten Raum in der aktuellen Forschung nehmen auch die Waldbodenpflanzen und die Offenland-Kalkbodenflora am Südhang ein.

Folgender Programmablauf ist geplant: Um 10 Uhr öffnet die NABU-Scheune in Motzfeld. Die offizielle Eröffnung der Veranstaltung ist dort um 12 Uhr. Ab 13 Uhr können ausgehend von der Scheune auf einem Rundweg am Südhang des Dreienbergs zwölf Forschungsstationen erwandert werden. Dort informieren die Fachwissenschaftler vor Ort über ihre Arbeiten. Daneben kann man der Schaf- und Ziegenherde von Elmar Spies bei der Landschaftspflege zuschauen.

Ab 16.30 Uhr gibt es eine Diskussionsrunde zum Thema „Forschung im Biosphärenreservat Rhön: Wozu brauchen wir den Luxus Forschung überhaupt?“

Für die Verpflegung sorgt die NABU-Gruppe. Mittags gibt es Gegrilltes, auch vom Lamm, nachmittags Kaffee und Kuchen. (red/rey)

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