Lengers: Nur drei von sechs Anlagen möglich

Fledermaus stoppt Windpark

Lengers. Keine guten Nachrichten hatten am Mittwochabend bei einer Bürgerversammlung zum Thema Windkraft die Vertreter der Bremer Energiekontor AG, Reynir Heerma van Voss und Stefan Föllner, für die Lengerser. Bei der Vorstellung ihres neuesten Projektvorhabens kristallisierte sich recht schnell heraus, dass ein in Aussicht gestellter Rückbau der bereits seit den Jahren 2002 und 2003 im Thalhäuser Wald oberhalb von Lengers stehenden drei Windkraftanlagen so schnell nicht möglich sein wird.

Eigentlich wollte die Energiekontor AG, vorausgesetzt der noch zu verabschiedende Regionalplan würde dies zulassen, im Vorranggebiet HEF_027 sechs neue Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern weiter hinten in dem Waldstück – direkt an der Landesgrenze zu Thüringen – aufstellen. Das war die ursprüngliche Idee aus dem Jahre 2013. Den Projektbeginn hatten die Planer für 2015 in Angriff nehmen wollen.

Mittlerweile sind dort nur maximal drei Anlagen realisierbar, da die Obere Naturschutzbehörde im südlichen Bereich Richtung Philippsthal einen größeren Waldbereich wegen des dort sehr hohen Fledermausvorkommens für die Windkraft gesperrt hat. Auch die verbliebenen drei Anlagen sind nicht gesichert. Denn das am nördlichsten geplante Windrad ist ebenfalls stark gefährdet, da dort der Rotmilan brüten soll. Auch der Projektbeginn für die verbliebenen drei oder doch nur zwei Anlagen ist auf frühestens Ende 2015 terminiert worden.

Auf Standortsuche

Um dennoch dem Wunsch der Lengerser entsprechen zu können, müsste die Energiekontor AG auf dem Gebiet der Stadt Heringen noch Standorte für vier weitere Windkraftanlagen finden. Denn nur so sei ein Rückbau der Altanlagen über neue Windräder zu refinanzieren. Diese Standorte sind aber noch nicht gefunden. „Wir sind zusammen mit der Stadt weiterhin auf der Suche nach geeigneten Flächen“, erklärt Föllner.

Besonders viele Möglichkeiten bleiben da nicht mehr übrig, denn die Stadtverordneten hatten die einst durch das Regierungspräsidium für Windkraft in Heringen vorgesehene Fläche von 274 Hektar auf 56 Hektar zusammengestrichen. Und das soll nach den Worten von Bürgermeister Hans Ries auch so bleiben.

Von Mario Reymond

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