Feuerwehrgroßübung an der Grundschule Wölfershausen verlangte Rettern einiges ab

Feuer beim Elternabend

Eine schwer verletzte Person (Levin Kley) wurde von Feuerwehrmännern aus dem brennenden Gebäude geborgen.

Wölfershausen. Dichter Rauch quillt aus dem obersten Stockwerk der Grundschule in Wölfershausen. Aus einem geöffneten Fenster dringen laute Hilferufe. Zwei Personen haben sich auf ein Vordach gerettet und schreien ebenfalls um Hilfe. Schon kurz nach Auslösung des Alarms rücken zwei Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Wölfershausen an. Kaum sind die Fahrzeugbesatzungen abgesessen und die ersten Schläuche ausgerollt, erschüttert eine Explosion das Gelände.

Was sich nach einer echten Katastrophe anhört, ist Gott sei Dank nur eine sorgfältig ausgearbeitete Übungslage, mit der die Zusammenarbeit der freiwilligen Blaulichtkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz unter realistischen Bedingungen getestet werden soll, wie der stellvertretende Wehrführer von Wölfershausen, Timo Jakob erklärt. „Während eines Elternabends in der Schule ist es aus ungeklärter Ursache zu einem Brand gekommen. Während der Hausmeister versucht, die ausgefallene Heizung zu reparieren, kommt es durch einen Defekt an der Gasleitung zu einer Explosion“, schildert Jakob das vorgesehene Szenario.

Eigens engagiert wurde das rund 25-köpfige Unfalldarsteller-Team der DRK-Kreisgruppe Schmalkalden. Mit erschreckend realistisch geschminkten Darstellern soll der Stress auf die Übungsteilnehmer erhöht werden.

Während Annelie Engel gerade letzte Hand an die „Brandverletzungen“ von Levin Kley anlegt, erklärt sie: „Damit die aufgesprühte künstliche Haut Brandblasen bildet, erwärme ich diese jetzt mit einem ganz normalen Föhn.“ Inzwischen haben die Feuerwehrmänner eine Leiter an das Vordach angelegt und die beiden Personen vom Dach gerettet. Während eine Schlauchleitung zum etwa 300 Meter entfernten Unterflurhydranten gelegt wird, rüsten sich die Atemschutzgeräte-Trupps aus.

Mit Blaulicht und Martinshorn rücken die Wehren aus der Heringer Kernstadt und den Ortsteilen Lengers und Leimbach zur Verstärkung an. Der erste ASG-Trupp dringt in das Gebäude ein und bringt bereits nach kurzer Zeit einen Schwerverletzten in Sicherheit. Einige Teilnehmer des Elternabends haben sich selbst ins Freie retten können und müssen von den Feuerwehrleuten beruhigt werden.

Auch der zweite ASG-Trupp hat inzwischen eine Person mit schweren Brandverletzungen geborgen. Die Verletzten werden zunächst auf den Schulhof gebracht, bis in der angrenzenden Turnhalle ein Verbandsplatz eingerichtet wird. Die Unfalldarsteller verlangen den Rettungskräften alles ab. Schmerzensschreie mischen sich mit panischen Fragen nach dem Verbleib von Angehörigen und Freunden.

Inzwischen sind auch die freiwilligen Kräfte vom Katastrophenschutz/DRK aus Heringen, Schenklengsfeld, Philippsthal und Fulda mit zehn Fahrzeugen am Unglücksort eingetroffen. Nach einer kurzen Einweisung durch den Einsatzleiter werden die Unglücksopfer je nach Schwere ihrer Verletzungen in eine von vier Kategorien eingeteilt, medizinisch erstversorgt und zum Abtransport in die Krankenhäuser vorbereitet.

„Für diese Übungslage wurden lediglich ehrenamtliche Rettungskräfte alarmiert“ erklärt Kreisbereitschaftsleiter Daniel Winter. Bei einem echten Einsatz würden auch die hauptamtlichen Rettungskräfte alarmiert. Der Brand ist mittlerweile unter Kontrolle und kurz darauf gelöscht. Die giftigen Rauchgase werden mit einem riesigen Ventilator aus dem Gebäude befördert.

Timo Jakob zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Übung: „Die Rettungskette hat einwandfrei funktioniert.“

Von Thomas Landsiedel

Großübung der Feuerwehr Wölfershausen

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