Altbau ist sanierungsbedürftig – Bürger bekommen mögliche Varianten vorgestellt

Festhalle frisst viel Geld

An der Rückseite des Gebäudes hat der Zahn der Zeit bereits gehörig genagt.

Friedewald. Über die Zukunft der Friedewalder Festhalle haben Bürgermeister Dirk Noll und Architekt Albert Hess aus Neuenstein jetzt die Menschen in Friedewald während einer Bürgerversammlung informiert. 80 Menschen aus der Gemeinde waren gekommen, um etwas über die verschiedenen Varianten eines Um- oder Neubaus zu hören.

Dass in Sachen Festhalle etwas getan werden muss, ist allen Bürgern klar. Doch über die Art und Weise herrscht noch Unklarheit. Aktuell ist das in den Jahren 1952 und 1953 errichtete und für 500 Besucher ausgelegte Gebäude energetisch und technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Erste Überlegungen für eine Sanierung des Gebäudes habe es demnach bereits im Jahre 2008 gegeben.

Veraltete Heiztechnik

Der Energieverbrauch ist wegen einer veralteten Heiztechnik und schlechter Fassadendämmung hoch. Auch fehlt es im Gebäude selbst an der notwendigen Ausstattung – insbesondere in der Küche und im Thekenbereich. Aus all diesen Gründen hat der Bürgermeister verschiedene Sanierungs- oder Neubauvarianten berechnen lassen.

Die reine Sanierung des bestehenden Gebäudes ohne bauliche Veränderung würde nach den Worten des Architekten mit 758 000 Euro zu Buche schlagen. Bei einer Sanierung nach neuesten energetischen Erkenntnissen müsste die Gemeinde Friedewald 1,59 Millionen Euro aufbringen. Sollte dann noch eine vielfältige Nutzung in dem Gebäudekomplex möglich sein, würden die Kosten auf 1,96 Millionen Euro steigen. Bei dieser Variante und dem Abriss der Bürgerstube nebenan wären 1,98 Millionen Euro fällig.

Der Preis für den kompletten Neubau des Multifunktionsgebäudes mit 300 Plätzen liegt demnach bei 1,81 Millionen Euro. Und sollte noch das Rathaus mit in den neuen Festhallentrakt integriert werden, wären Kosten in Höhe von 2,85 Millionen Euro erreicht.

„Die letzte Variante ist aufgrund der immensen Kosten kaum realisierbar“, erklärt Bürgermeister Noll. Für die Verwaltung der Dreienberggemeinde muss daher nach anderen Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden. „Vielleicht gibt es Möglichkeiten im Schlossareal. Aber dann müssten wir für einige Vereine andere Räume suchen“, merkt der Rathauschef an. Das Heimatmuseum wäre davon nicht betroffen.

Nichtsdestotrotz steht das Projekt Festhalle an. Und eine positive Nachricht ist die, dass es für die Gemeinde Friedewald, die sich noch bis 2019 in der Dorferneuerung befindet, Zuschüsse im Bereich Wärmedämmung geben könnte. Etwa 500 000 Euro sind vom Architekten errechnet worden.

In die konkrete Planung des des Festhallenprojekts soll im Sommer eingestiegen werden. Den Grundsatzbeschluss für die endgültige Variante soll das Parlament im Herbst treffen. Wenn auch die Ergebnisse über eine mögliche Förderung über die Dorferneuerung vorliegen, könnte in den Jahren 2016 und 2017 die bauliche Umsetzung erfolgen.

Von Mario Reymond

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