Festakt für Erfolgsstory

25 Jahre Biosphärenreservat Rhön: Erst Vorbehalte, dann breite Akzeptanz

25 Jahre Verein Natur- und Lebensraum Rhön: Die Showtanzgruppe Hauneck lockerte das Programm im Schenklengsfelder Bürgerhaus mit schwungvollen Darbietungen auf. Fotos: Landsiedel

Schenklengsfeld. Mit einem großen Festakt im Schenklengsfelder Bürgerhaus feierte der Verein für Natur- und Lebensraum am Samstagabend sein 25jähriges Bestehen. Bürgermeister Stefan Gensler konnte als Hausherr zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen MdL Sabine Waschke, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Vertreter der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie 16 Bürgermeister aus den Rhöngemeinden begrüßen.

In seinem Grußwort verwies er darauf, dass 1995 auch der Dreienberg und der Landecker ins Biosphärenreservat aufgenommen wurden. „Die hohe Artenvielfalt macht den Dreienberg zu einem Juwel“, unterstrich Gensler und sprach sich für eine gleichberechtigte Wahrnehmung der Kuppenrhön mit den Gemeinden Friedewald, Haunetal, Hohenroda und Schenklengsfeld aus.

Dr. Hubert Beier, seit 2004 Vorsitzender des Vereins, blickte anschließend auf die in den vergangenen 25 Jahren geleistete Arbeit zurück. Gab es in den Anfangsjahren noch erhebliche Vorbehalte gegen das Biosphärenreservat, gelang es doch innerhalb weniger Jahre, eine breite Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung und auch der Lokalpolitik zu erzielen. Ein erster großer Erfolg sei der Erhalt der Rhönbahn zwischen Fulda und Gersfeld gewesen, der mit einer Million DM gefördert wurde.

Weiterhin nannte Beier neben vielen anderen Projekten den Premiumwanderweg „Hochrhöner“, die Etablierung der Dachmarke „Rhön“, das Informationszentrum am Roten Moor sowie den 2014 international anerkannten „Sternenpark Rhön“. Besonders freute sich Beier, dass das Biosphärenreservat bislang von Windkraftanlagen verschont geblieben sei.

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke würdigte in seiner launigen Ansprache die Leistungen des Vereins. „Sie haben die Menschen mitgenommen und es dadurch geschafft, dass sich heute keiner mehr über das Biosphärenreservat beschwert. Wichtig ist, dass Sie diese Erfolgsgeschichte fortsetzen“.

Im Gespräch mit dem amtierenden Geschäftsführer des Vereins Martin Kremer blickte dessen Vorgänger Heinrich Hess auf die Anfangsjahre des Projekts zurück. Ohne die Deutsche Wiedervereinigung würde es laut Hess kein Biosphärenreservat geben; die Gründung sei damals auf Anregung von Thüringer Naturschützern erfolgt.

Die Rhön, so Hess weiter, sei keine Natur-, sondern eine Kulturlandschaft, für die das Leitbild der Nachhaltigkeit gelte. Dies bedeute, dass die Qualität der genutzten Landschaft unbedingt erhalten werden müsse. Besonders hob der ehemalige Geschäftsführer den Erfolg des „Rhönschafs“ hervor, das er als Symbol für eine Region und ihre Entwicklung sieht.

Umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld und die Showtanzgruppe Hauneck, die mit viel Applaus bedacht wurden.

Von Thomas Landsiedel

Festakt 25 Jahre Biosphärenreservat Rhön

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