Eindrucksvolle Musik der Renaissance beim Werkstatteinblick auf Burg Fürsteneck

Faszinierende Klangwelt

Beim Werkstatteinblick auf der Burg Fürsteneck wurde Musik der Renaissance geboten. Foto: Auth

Fürsteneck. Der Klang von Gamben, Schalmeien und Lauten hat in der Burghalle von Burg Fürsteneck einen Eindruck von der Pracht der Musik des 15. bis 17. Jahrhunderts vermittelt. Beim Werkstatteinblick konnten sich die Zuhörer von der Virtuosität der fortgeschrittenen Schüler überzeugen.

Die Kursleiterinnen Sabine Cassola und Anke-Christina Müller hatten mit den Teilnehmern des Osterkurses eine Woche lang Musik, die zur Zeit der Renaissance in der Habsburgermonarchie an den Höfen gespielt wurde, einstudiert.

Vergessene Meister

„Dies ist kein Konzert“, erklärte Cassola in der Begrüßung als Vorwarnung. Enttäuscht wurden die Zuhörer trotzdem nicht: Ob die sechsstimmige Motette „Virgo prudentissima“ des frankoflämischen Komponisten Heinrich Isaac, die fünfstimmige chromatische Motette „mirabile mysterium“ des slowenischen Komponisten Jacob Gallus oder Werke des lange vergessenen Meisters der deutschen Chormusik Leonhard Lechner, der Vortrag war stets auf hohem Niveau.

Bei Abstimmungsschwierigkeiten scheuten die Kursleiterinnen nicht davor zurück, Einsätze wiederholen zu lassen, der Prozesscharakter der „Osterwerkstatt“ wurde dadurch deutlich: „Viele der Teilnehmer widmen sich bereits seit Jahrzehnten dem Studium ihrer Instrumente – mindestens zwei Instrumente unterschiedlicher Familien müssen beherrscht werden, die Sänger müssen solistische Partien im Ensemble übernehmen können“, erklärte Cassola, die seit über 30 Jahren Ensemblekurse für die Musik aus Mittelalter und Renaissance leitet. Einmal im Jahr treffen sich die Musiker, um eine Woche lang anspruchsvolle Stücke einzustudieren.

„Mögen andere Länder Kriege führen, du, glückliches Österreich, heirate!“ Dieses Motto der Habsburgermonarchie hat dank einer wohlbedachten Heiratspolitik zur ständigen Erweiterung des Herrschaftsbereichs geführt und dem Osterkurs Musik aus Wien, Graz und Prag, aus der Schweiz und Süddeutschland, aus den Niederlanden und Spanien sowie aus Süditalien und Sizilien beschert.

Die zu erarbeitenden Kompositionen wurden der Besetzung des Kurses angepasst, liebevoll gepflegte Kopien der Originalinstrumente oder gar Eigenbauten wie eine Renaissance-Orgel vermittelten beim Werkstatteinblick auf Burg Fürsteneck einen Eindruck von der Leidenschaft, mit der die Teilnehmer des Kurses ihrem Hobby frönen.

Von Marius Auth

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