Drei junge Polinnen wollen in Deutschland in der Pflege arbeiten – Sprachkurs ist Pflicht

Fachkräfte von anderswo

Kamila Gembara (links), Martyna Wojtaszewska (Zweite von rechts) und Kataryna Hlodan (rechts) macht die Arbeit in der Philippsthaler Seniorenresidenz Ambiente viel Spaß. Das bestätigt auch Bewohnerin Inge Kaspar, die gut mit den drei Polinnen auskommt. Foto: Reymond

Philippsthal. Der Mangel an Fachkräften in den Pflegeberufen wird immer größer. Den steigenden Bedarf an Pflegepersonal versuchen viele Häuser mittlerweile durch Mitarbeiterinnen aus den benachbarten europäischen Ländern zu decken.

In der Residenz Ambiente in Philippsthal werden in den kommenden sechs Monaten drei junge Frauen aus Polen auf ihren künftigen Job in Dresdner Pflegeheimen vorbereitet. „Das ist ein ganz neues Projekt, das seit dem Wegfall bestimmter Beschränkungen möglich ist“, erklärt Residenzleiterin Beata Paluchowska.

Mit Beginn der Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai 2011 ist es beispielsweise Menschen aus Polen erlaubt, ihr Geld in Deutschland zu verdienen. Und genau das wollen jetzt auch Kamila Gembara, Martyna Wojtaszewska und Kataryna Hlodan tun. Die drei sind jeweils 24 Jahre alt und haben in ihrem Heimatland erfolgreich Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich Pflege absolviert.

Die Residenz Ambiente wurde für die drei Frauen als Eingewöhnungsort ausgewählt, weil die dortige Leiterin Beata Paluchowska ebenfalls aus Polen stammt und ihren Landsfrauen in den ersten Wochen bei sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen wird. So wie es im täglichen Arbeitsleben drei Kolleginnen tun, die den Polinnen bei Problemen hilfreich zur Seite stehen. Denn hin und wieder kommt es noch zu sprachlichen Missverständnissen zwischen den drei jungen Kräften und den zu pflegenden Personen.

Nach und nach dürfte die Sprache jedoch eine immer kleiner werdende Hürde darstellen, denn Kamila Gembara, Martyna Wojtaszewska und Kataryna Hlodan müssen an einem Sprachkurs des Internationalen Bunds teilnehmen, an dessen Ende eine Prüfung steht. Das Bestehen dieses Kurses ist für die spätere Beschäftigung in Dresden Voraussetzung.

Eine gemeinsame Wohnung

Mittlerweile haben die drei Polinnen eine Wohnung in unmittelbarer Nähe zur Seniorenresidenz gefunden, sodass sie auch getrennt voneinander im Schichtdienst arbeiten können. Bisher waren sie auf das Auto von Martyna angewiesen und konnten daher immer nur zeitgleich eingesetzt werden.

Für die Arbeit in einem deutschen Pflegeheim haben sich die drei jungen Frauen entschieden, weil die Bezahlung wesentlich besser ist als in Polen. „In Polen habe ich als Krankenschwester 2000 Zloty verdient. Das sind noch nicht einmal 500 Euro“, erklärt Kamila, warum sie später in Dresden arbeiten möchte. Für die drei Frauen, die allesamt in Westpolen beheimatet sind, liegt Dresden äußerst günstig. „Wir müssen bis nach Hause nicht einmal 200 Kilometer fahren“, erklärt Martyna.

Beata Paluchowska lobt schon heute das Engagement ihrer Landsfrauen. „Nach dem ersten Monat haben wir festgestellt, dass sie beruflich überhaupt keine Schwierigkeiten haben. Nur mit der Sprache hapert es halt noch ein wenig. Aber auch das bekommen wir hin. Ich finde es toll, dass es im vereinten Europa für Menschen diese Möglichkeit des Arbeitens in einem anderen Land gibt“, merkt Paluchowska an. Sie selbst lebt seit 1988 mit ihrem Mann in Deutschland.

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Von Mario Reymond

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