Erfolg für MORO-Projekt aus Erdmannrode

Erster Platz für Dorfschwester

Alle Gewinner versammelt: Im Rotenburger Jugendhof wurde jüngst die erste Phase des Aktionsprogramms „Regionale Daseinsvorsorge“ abgeschlossen. Von der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (Bildmitte, rechts) wurde besonders das Projekt „Dorfschwester“ aus Schenklengsfeld-Erdmannrode hervorgehoben. Die Initiative wurde mit einem Preisgeld von 10 000 Euro gefördert. Foto: Apel

ROTENBURG. Dass die Dorfschwester von Erdmannrode im bundesweiten Aktionsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)“ eine Rolle spielen könnte, hätte sie sich sicherlich nicht träumen lassen. Bis jetzt gibt es sie auch nur auf dem Papier.

Bei dem auf Kreisebene ausgetragenen Wettbewerb „Hier will ich sein, hier werd ich alt“ belegten ihre fünf geistigen Väter den ersten von 14 Plätzen. Der Wettbewerb war Teil des vom Bund initiierten „MORO-Aktionsprogramms Regionale Daseinsvorsorge“, an dem der Landkreis Hersfeld-Rotenburg als eine von bundesweit 21 Modellregionen teilnimmt. Dem demografischen Wandel soll mit neuen Ansätzen begegnet werden. Ziel ist es, insbesondere älteren Menschen zu ermöglichen, ihr vertrautes Lebensumfeld beizubehalten.

Jury ist begeistert

„Die Jury war vom Dorfschwester-Konzept begeistert“, berichtete die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz während der Abschlussveranstaltung im Rotenburger Kreisjugendhof. Das auf den Schenklengsfelder Ortsteil Erdmannrode zugeschnittene Konzept zeichne sich dadurch aus, dass es „die umfassende Betreuung der Senioren im Dorf dauerhaft sicherstelle“. Es sei vielfältig, realisierbar und auch finanzierbar, sodass es durchaus „Vorbildcharakter für andere Gemeinden“ haben könnte, unterstrich Künholz.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt hatte schon bei der Kurzvorstellung der Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen betont, dass der seit März 2012 von Mitarbeitern der Kreisverwaltung und vielen weiteren Interessierten getragene, wissenschaftlich begleitete Prozess zu guten Ansätzen geführt habe. Als Nächstes stehe die Ausarbeitung eines Masterplans auf der Agenda, in dem die zukünftigen Handlungserfordernisse beschrieben werden sollen.

Eigens aus Wiesbaden angereist war Dagmar Meinen vom Hessischen Wirtschaftsministerium. Sie unterstrich das Interesse des Landes und stellte Zuwendungsbescheide in Aussicht, mit denen die vorgeschlagene Etablierung von „Versorgungsassistenten im Hausarztbereich“ und „Kommunalen Seniorenbetreuern“ gefördert werden solle.

Thorsten Zeige vom Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe stellte überaus eindrucksvoll dar, wie er junge Leute für eine jugendgerechtere Gestaltung von Spielflächen an der Bebraer Brüder-Grimm-Gesamtschule sowie im Rotenburger Schlosspark begeistert hat.

Und auch das Gespräch von Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch mit Moderatorin Ellen Ehring, in dem er von der Neugründung des Vereins „Menschen helfen Menschen in Kirchheim“ berichtete, zeigte, wie erfolgreich generationenübergreifende Hilfe organisiert werden kann.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Schaustellerpfarrer Volker Drewes mit seiner Drehorgel.

Von Wilfried Apel

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