Stadt Heringen berichtet Kommunalvertretern über Erfahrungen mit Ökotechnologie

Erst teuer, dann günstig

Klärschlamm wird zu Erde: Schilfpflanzen reduzieren in der Heringer Kläranlage die Masse des Abfalls. Dieses und andere Projekte waren Thema einer Tagung in Leimbach. Foto: nh

Leimbach. Die Stadt Heringen hat seit dem Jahr 2004 gut 120 Millionen Euro in die Sanierung von Straßen und Kanälen investiert, ein kombiniertes Frei- und Hallenbad mit Naturfiltertechnik in den Außenbecken in Betrieb genommen und ein Dorfgemeinschafts- sowie zwei Feuerwehrgerätehäuser in Niedrigenergie-Fertigbauweise neu errichten lassen.

In der Kläranlage der Werrastadt arbeitet zudem eine Klärschlamm-Vererdungsanlage, in der Schilfpflanzen die Masse der anfallenden Abfälle reduzieren.

Kommunen und Firmen

Zum Erfahrungsaustausch über diese unter dem Oberbegriff „Ökotechnologie“ zusammengefassten Verfahren hatte Heringens Bürgermeister Hans Ries kürzlich Vertreter von Kommunen aus Hessen und den benachbarten Bundesländern Thüringen und Bayern sowie Vertreter der am Bau beteiligten Firmen zu einer Tagung ins Dorfgemeinschaftshaus in Leimbach eingeladen. Ries selbst zog für den Einsatz der Technik in der Werrastadt ein positives Fazit.

Zwar seien die Investitionskosten in vielen Fällen höher als bei herkömmlicher Technologie. Entscheidend seien allerdings die Ausgaben auf den gesamten Nutzungszeitraum gerechnet, verdeutlichte der Rathauschef. Hier punkte die Ökotechnologie etwa durch niedrigere Betriebskosten. Insbesondere bei Gebäuden sprach sich Ries für mehr Mut zum Neubau aus. Das sei fast immer günstiger als eine energetische Sanierung. Wichtig sei zudem, die Bevölkerung anhand von Informationsveranstaltungen rechtzeitig in die Planungen einzubinden, so Ries über die Bauprojekte, die in der Werrastadt politisch teils umstritten waren.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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