Ambulanter Hauswirtschaftsdienst des Hauses Kreuzberg wird immer wichtiger

Sie erfüllen Wünsche

Einmal im Monat treffen sich die ambulanten Hauswirtschafterinnen des Hauses Kreuzberg zum Erfahrungsaustausch. Diese regelmäßigen Treffen sind notwendig, um den Kontakt untereinander zu fördern. Bei der täglichen Arbeit sehen sich die Frauen kaum, da sie immer von zuhause in Richtung Klient starten. In dieser Woche fand eine Klausurtagung in Wippershain statt. Foto: Reymond

Philippsthal. Die Betreuung alter Menschen wird nicht nur in Seniorenwohnheimen angeboten. Viele Menschen scheuen den Weg in ein Heim und wollen solange es geht in den eigenen vier Wänden leben.

Damit dies auch gelingt, hat das Philippsthaler Haus Kreuzberg im Jahre 2006 sein Angebot erweitert und einen ambulanten Hauswirtschaftsdienst ins Leben gerufen. Der Ausbau dieses „niederschwelligen Angebots“ sei eines der Zukunftsziele von Haus Kreuzberg, erklärte Heimleiter Hans Joachim Keßler damals. Von einst drei Beschäftigten ist der ambulante Hauswirtschaftsdienst auf mittlerweile elf Mitarbeiterinnen angewachsen.

Die hilfreichen Frauen sind allesamt Quereinsteiger und haben früher in den unterschiedlichsten Berufen gearbeitet. Mittlerweile fühlen sie sich in ihrem neuen Umfeld sehr wohl: „Ich arbeite gerne mit hilfsbedürftigen Menschen“, sagt Daniela Kaspar aus Philippsthal. Und Heidi Lieberknecht, die ebenfalls aus Philippsthal kommt, bezeichnet ihre Tätigkeit als eine, die ihr rundum Spaß bereite.

30 Haushalte pro Woche

Pro Woche werden bis zu 40 Haushalte von den Mitarbeiterinnen des Hauses Kreuzberg im Ostteil des Landkreises und den angrenzenden Thüringer Gemeinden betreut. Die Hauswirtschafterinnen erledigen dabei auf Wunsch des Klienten sämtliche Aufgaben in und um den Haushalt. Da bleibt es nicht nur bei Putzen, Staubsaugen und Wäsche waschen. Die Mitarbeiterinnen übernehmen auch die ambulante Betreuung zu Hause.

Mit der ambulanten Hauswirtschaft sei die Versorgungskette zwischen dem Altenheim und den eigenen vier Wänden um einen wesentlichen Punkt erweitert worden, sagt Kirsten Feldmann, Leiterin des ambulanten Hauswirtschaftsdienstes. Das Angebot richte sich nicht nur an Senioren, sondern durchaus auch an jüngere Menschen, die zum Beispiel wegen einer Krankheit für einige Zeit eine Haushaltshilfe benötigten.

Und auch bei der mittäglichen Essensausgabe sind die Hauswirtschafterinnen mit eingespannt. „Etwa 300 warme Mahlzeiten werden täglich in der Küche das Hauses Kreuzberg zubereitet und müssen ausgefahren werden. Ab 10.30 Uhr starten täglich fünf Fahrzeuge in alle Richtungen, um die Mahlzeiten an die Frau oder den Mann zu bringen“, führt Feldmann weiter aus.

Die Einsatzzeiten werden flexibel nach den Kundenwünschen gestaltet – in der Regel montags bis samstags, nach rechtzeitiger Absprache auch sonntags. Die Mitarbeiterinnen übernehmen auch Einkäufe, begleiten ihre Klienten in die Arztpraxis, helfen beim Ausfüllen amtlicher Formulare oder pflegen den Vorgarten.

Abgerechnet wird nach einer Stundenpauschale und nach der Entfernung zwischen der Wohnung und dem Haus Kreuzberg in Philippsthal.

Von Mario Reymond

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