Großes Interesse an Parlamentssitzung – Bürgermeister Gröll darf vorzeitig gehen

Ende Mai ist Schluss

Alle Arme in die Höhe: Dem Antrag von Bürgermeister Martin Gröll auf vorzeitige Versetzung in den Ruhestand stimmten die 14 anwesenden Gemeindevertreter Friedewalds zu. Unser Foto zeigt die Fraktion der SPD während der öffentlichen Abstimmung. Foto: Reymond

Friedewald. So groß wie am Donnerstagabend war das Interesse an einer Sitzung des Friedewalder Gemeindeparlaments schon seit Jahren nicht mehr. Etwa 70 Zuhörer drängten sich in den kleinen Anbau der Friedewalder Festhalle. Sie wollten miterleben, wie das Gemeindeparlament mit dem Wunsch des Bürgermeisters auf Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand umgeht.

Die einstimmige Entscheidung des Parlaments, dem Ansinnen des Bürgermeisters zu entsprechen wurde von den Gästen im Raum nicht kommentiert. Niemand wollte etwas zu der Abstimmung des Parlaments sagen. Erst eine Viertelstunde nach der Sitzung wollte der Motzfelder Reinhold Strack doch noch etwas mitteilen: „Das ist eine Entscheidung, die die Mehrheit der Friedewalder Bürger so nicht getroffen hätte. Ein Bürgermeister darf sich doch so heimlich still und leise nicht aus dem Amt stehlen dürfen“. Die eigentliche Amtszeit von Bürgermeister Martin Gröll hätte erst im März 2015 geendet.

Die Parlamentsvorsitzende Birgit Licht (SPD) machte aber deutlich, dass es immer wieder unterschiedliche Auffassungen über den Umgang miteinander gegeben habe. Das Tischtuch zwischen Kommunalpolitikern und Bürgermeister sei zerrissen gewesen, als Gröll seine Kandidatur zum Bürgermeister von Bad Hersfeld bekanntgegeben habe. „Reisende sollte man nicht aufhalten. Wenn jemand die innere Kündigung bereits ausgesprochen hat, dann auf Wiedersehen“, sagte dazu Horst Jäger (CDU).

In Friedewald ist jetzt Eile geboten. Nach dem Ausscheiden von Bürgermeister Martin Gröll aus dem Amt zum 31. Mai, hat die Gemeinde von da an vier Monate Zeit, einen neuen Bürgermeister direkt von den Bürgerinnen und Bürgern wählen zu lassen.

SPD sucht Kandidaten

Zunächst muss die Stelle aber erst einmal neu ausgeschrieben werden. Und dann müssen Bewerbungen eingehen. Birgit Licht stellte klar, dass sich ihre Partei auf jeden Fall um eine Kandidatin oder einen Kandidaten bemühen werde. „Ich weiß nicht, wie das bei der Offenen Liste und der CDU aussieht. Vielleicht bekommen wir es ja hin, gemeinsam jemanden zu unterstützen“.

Von Mario Reymond

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