Tag des offenen Denkmals und Weinbergfest am Sonntag in Schenklengsfeld

Wo einst produziert wurde

Gute Ernte: Die Stöcke am Weinberg in Schenklengsfeld hängen voller Trauben. Foto: Apel

Schenklengsfeld. Auch in Schenklengsfeld gab es nach dem 2. Weltkrieg ein kleines Wirtschaftswunder. Mit Einführung der neuen Währung, der D-Mark in 1948, und der Gründung der Bundesrepublik in 1949 kam es zu einem ungeahnten Aufschwung der wirtschaftlichen Tätigkeit im ganzen Land, von dem auch die ländlichen Regionen profitierten.

Nicht nur in den Städten nahm die Zahl der Arbeitsplätze rasant zu, auch in den Dörfern kam es zum Ausbau vorhandener Betriebe und zur Ansiedlung von neuen kleineren und größeren Unternehmen. Allerdings ist mit der Konzentration zu Großbetrieben in den Ballungszentren und der Globalisierung von Produktion, Handel und Finanzen die Zeit der Hochkonjunktur in den ländlichen Gebieten – von Ausnahmen abgesehen – inzwischen Geschichte geworden.

In Schenklengsfeld sind in den 1950er- und 1960er-Jahren einige Produktionsbetriebe entstanden, die mehrere hundert Arbeitskräfte beschäftigten. Bekannt sind die Eichhoff-Werke (Klingel) und die Uli-Chemie. Daneben gab es kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe und noch zahlreiche Einzelhandelsunternehmen. Zu erinnern ist auch an die Ringofenziegelei Heimeroth, die aus einer schon im 19. Jahrhundert ansässigen Ziegelei in den Nachkriegsjahren stark expandierte.

Nicht zu vergessen auch die Hersfelder Kreisbahn mit ihrem Schwerpunktbahnhof Schenklengsfeld. Der Transport von Rohstoffen wie Kali und Salz, Waren und Personen hat zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region entscheidend beigetragen, da der Waren- und Personenverkehr auf der Straße in diesen Jahren nur langsam vorankam und mit der heutigen Zeit nicht zu vergleichen ist.

Vor allem das traditionelle Handwerk der Schreiner, Zimmerleute, Schmiede, Schlosser, Schneider, Schuster, Sattler und Stellmacher, das vor dem 2. Weltkrieg noch gut bestehen konnte, ist in den Jahrzehnten nach dem Krieg der Mechanisierung sowie der Automatisierung und den anhaltenden Strukturveränderungen unserer mehr und mehr global agierenden Wirtschaftsgesellschaft zum Opfer gefallen.

Zwei Rundgänge

Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, sollen während eines rund zweistündigen Rundgangs die Standorte der historisch gewordenen Firmen, Unternehmen und Betriebe in Schenklengsfeld aufgesucht und vorgestellt werden. Die Führungen beginnen um 11 Uhr und um 14 Uhr beim Turm am Weinberg in Schenklengsfeld und dauern jeweils rund zwei Stunden. In der Straße Am Weinberg werden auch Demonstrationen der alten Handwerksberufe zu sehen sein.

Am Weinberg selbst findet ab 11 Uhr das Weinfest der Weinbergfreunde statt. Hier gibt es ab 11.30 Uhr Mittagessen und ab 14.30 Uhr Kaffee, Kuchen und Wein.

Veranstalter sind der Heimatverein Landeck Schenklengsfeld und die Gemeinde Schenklengsfeld. (red/rey)

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