Studentinnen bauen einen Weg am Altenheim Haus Kreuzberg

Im Einsatz für Senioren

Im Einsatz: Studentinnen aus sieben Ländern befestigen derzeit den Weg durch den Streichelzoo des Altenheims Haus Kreuzberg in Philippsthal. Unterstützt werden sie dabei von Siegfried Güth (Dritter von rechts). Foto: Eisenberg

Philippsthal. Ekaterina aus Russland, Alina aus der Ukraine, Monika aus Tschechien, Marion aus Frankreich, Agata aus Polen, Kärte aus Estland und Antje aus Deutschland schippen die rote Erde an den Rand der frisch verlegten Gehwegplatten, verteilen sie feinsäuberlich mit dem Rechen und stampfen sie fest.

Obwohl die körperliche Arbeit den jungen Frauen den Schweiß ins Gesicht treibt, ist die Stimmung gut. „Ich bin hierher gekommen, weil ich einmal in meinem Leben schwer arbeiten wollte“, scherzt Musikwissenschaftsstudentin Marion.

Für zwei Wochen haben die Studentinnen unterschiedlicher Fachrichtungen ihr Lager im Garten des evangelischen Alten- und Pflegeheims Haus Kreuzberg aufgeschlagen. Noch bis heute befestigen sie als Freiwillige der Austauschorganisation Service Civil International (SCI) einen Weg durch den Streichelzoo des Altenheims. Bewohner, die auf den Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, sollen so die Anlage nutzen können.

„In der Projektbeschreibung wurde auf die schwere Arbeit hingewiesen“, berichtet Campleiterin Antje Bäcker. Dennoch hätten sich nur junge Frauen gemeldet. Wo die Teilnehmerinnen beim Verlegen der Platten an ihre Grenzen kommen, werden sie von Hausmeister Hartmut Güth und Helfer Siegfried Güth unterstützt.

Nicht nur der Wegebau gehört zu den Aufgaben der Studentinnen, sie haben auch zwei Insektenhotels gebaut und kommen mit den Heimbewohnern in Kontakt – etwa bei Gesprächen oder Spaziergängen. Gelegentlich komme es dabei zwar zu Verständigungsschwierigkeiten, dennoch sei das Verhältnis zu den Bewohnern gut. Untereinander verständigen sich die Stundentinnen entweder auf Deutsch oder auf Englisch.

Zelten im Garten

„Es ist schon beeindruckend, einen 91-Jährigen zu treffen, bei uns wird kaum jemand so alt“, berichtet die 20-jährige Alina, die in Kiew Soziologie studiert, in fließendem Deutsch. „Deutschland gefällt mir“, begründet sie ihre Entscheidung für das Projekt. Ohnehin zählt für die Teilnehmer das Erlebnis. Denn neben der Arbeit stehen auch Schwimmbadbesuche, ein Grillabend, eine Kanu-Tour und Ausflüge auf dem Programm. Die Frauen zelten im Garten und werden vom Haus Kreuzberg verpflegt. Die Kosten für die Anreise tragen sie selbst.

„Damit sich der Aufwand lohnt, nehmen viele gleich im Anschluss noch an einem anderen Camp teil“, erläutert Heimleiter Hans-Joachim Keßler. Seit 2005 ist die Pflegeeinrichtung Projektpartner von SCI.

In der Kooperation sieht Keßler Vorteile für alle Beteiligten. Die jungen Leute engagieren sich und kämen mit ihrem Gastland und den Einheimischen in Kontakt. Auch für das Haus Kreuzberg sei der internationale Besuch eine Bereicherung.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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