Thilo Weimar aus Schenklengsfeld arbeitet beim Kreis und ist großer Eintracht-Fan

„Es ist einfach schön hier“

Er mag die ländlichen Strukturen: Thilo Weimar kommt aus Schenklengsfeld und lebt gerne dort. In die Großstadt wollte er nie. Foto: Maaz

Schenklengsfeld. „Auch wenn es sich kitschig anhört, hier ist es einfach am schönsten.“ Thilo Weimar kommt aus Schenklengsfeld und lebt gerne dort. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg ist seine Heimat, woanders zu wohnen und zu arbeiten kann sich der 24-Jährige nicht vorstellen. Dabei ist der beim Landkreis Angestellte mit seinem Job nicht bei allen beliebt ...

Nach der Fachoberschulreife an der Modellschule Obersberg mit der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung hatte sich der glühende Fan von Eintracht Frankfurt beim Landkreis um einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellter bemüht. „Der Kreis ist ein bedeutender Arbeitgeber bei uns und ich war froh, hierbleiben zu können, ohne jeden Tag viele Kilometer zur Arbeit fahren zu müssen“, so Weimar. Nach der Ausbildung wurde Weimar übernommen – und ist seit 2010 als „Vollziehungsbeamter im Vollstreckungsdienst“ tätig.

Das heißt, der 24-Jährige treibt für den Kreis und die Kommunen ausstehende Steuern, Bußgeld oder auch Rundfunkbeiträge ein. Seine „Kunden“ sind deshalb meist wenig erfreut, wenn der eigentlich sehr sympathische junge Mann bei ihnen klingelt. „Man wird selten freundlich empfangen“, erzählt Weimar schmunzelnd. Er sei schon bedroht und bespuckt worden, aber das dürfe man eben nicht persönlich nehmen. Durch seinen Job kennt Weimar mittlerweile auch alle Ortsteile im Kreis.

Viele Aktivitäten

In seiner Freizeit war und ist Weimar in mehreren Vereinen aktiv. Als Jugendlicher spielte er beim TSV Schenklengsfeld Fußball, mit 15 Jahren trat er den Kirmesburschen Schenklengsfeld bei und war dort später auch Kassierer. Auch dem Eintracht-Fan-Club EFC Landeck Adler gehört Weimar seit dieser Zeit an, heute ist er zweiter Vorsitzender des Vereins, der regelmäßig Fahrten zu den Heim- und Auswärtsspielen von Eintracht Frankfurt organisiert. Dem Großstadt-Trubel kann Weimar aber nichts abgewinnen. „Ich bin immer wieder froh, nach Hause zu kommen“, sagt der 24-Jährige. „Hier leben meine Freunde, und seien wir mal ehrlich, die Stracke schmeckt doch auch nur hier gut.“

Im Festausschuss für die Feier zum 1250-jährigen Bestehen Schenklengsfelds im kommenden Jahr ist Weimar als überzeugter Schenklengsfelder und Mitglied im Heimatverein natürlich ebenfalls aktiv. Gemeinsam mit seinem Bruder kümmert er sich unter anderem um die Gestaltung des festlichen Rahmenprogramms. „Frag nicht, was dein Dorf für dich tun kann, sondern was du für dein Dorf tun kannst“, meint der 24-Jährige lachend. Zur Person

Von Nadine Maaz

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