Die Menschen im kleinsten Schenklengsfelder Ortsteil feierten groß den 700. Geburtstag

Eine starke Gemeinschaft

Der Nachwuchs: Die Kinder aus Schenksolz tanzen für die Gäste im Festzelt. Vom Tonband ertönte dazu das Fliegerlied. Fotos: Reymond

Schenksolz. Im kleinsten Schenklengsfelder Ortsteil wurde übers Wochenende groß Geburtstag gefeiert. Schenksolz ist mittlerweile mindestens 700 Jahre alt. Einen Ausschnitt der Urkunde über die Ersterwähnung hat die Dorfgemeinschaft in ihrer kleinen Ortschronik veröffentlicht. Sie fand am 16. Oktober 1312 statt.

Das belegen Unterlagen aus dem Marburger Staatsarchiv. Mit dem damals unterzeichneten Schriftstück waren die Wasserrechte in diesem Teilstück der Solz erfolgreich dem Kloster auf dem Petersberg (Bad Hersfeld) zugesichert, doch im Laufe der Jahrhunderte machte dann von der Burg Landeck aus der dortige Amtmann seine Rechte für Schenklengsfeld geltend, und ab 1450 etwa kommt der mächtige Landgraf von Hessen von Friedewald aus und bedrängt die Petersberger „…in unnd uff der Sultz…“.

Dem kleinen Ort an der Solz haben diese Streitereien jedoch bis heute nicht geschadet. Die Entwicklung verläuft positiv. Die Einwohner trotzen der demografischen Entwicklung. Das stellte auch Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt bei seiner kurzen Rede fest: „Sie haben in einem Jahr drei Einwohner hinzugewonnen. Das entspricht bei jetzt 45 Menschen einem Zuwachs von acht Prozent. Das ist eine enorme Dynamik. Die Menschen in Schenksolz nehmen die Herausforderung der Demografie an und werden diese auch meistern. Damit bleibt der Ort auch in Zukunft die kleine Perle an der Solz“.

Mit Blick auf die Geburtenrate im Jubiläumsort ist auch Bürgermeister Stefan Gensler nicht bange: „Zehn der 45 Einwohner sind zwischen null und zehn Jahre alt. Eine solche Quote bekommt keine Großstadt hin“.

Gerade in einem kleinen Ort sei eine starke Gemeinschaft wichtig, um gemeinsam ein solches Fest ausrichten zu können. Und zu einer starken Gemeinschaft gehörten aber immer wieder einzelne Frauen und Männer, die tatkräftig voranschreiten, merkte der Landrat an.

Einen solchen Mann ehrte er am Samstagabend während des Kommerses im Festzelt. Der 70 Jahre alte Heinrich Klee bekam von ihm den Ehrenbrief des Landes Hessen überreicht. Damit würdigte Schmidt die ehrenamtlichen Leistungen Klees. Dieser kommt auf insgesamt 77 Jahre als Funktionsträger. So war er beispielsweise 23 Jahre Ortsvorsteher, 21 Jahre Schriftführer der Feuerwehr Malkomes-Schenksolz und elf Jahre Vorsitzender des Männergesangvereins Schenklengsfeld.

Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke hatte ebenfalls ein Geschenk dabei. Er lud drei Menschen aus dem Jubiläumsort nach Wiesbaden ein. „Und wenn Heinrich Klee und seine Frau dabei sind, dann dürfen fünf kommen“, rief er in die Runde. Im Herbst wird der Bundestagsabgeordnete Michael Roth noch einmal einen Abstecher nach Schenksolz machen. Dann will er sein Geschenk – eine Rotbuche – persönlich vorbeibringen und an einem ausgewählten Ort einpflanzen.

Von Mario Reymond

Kommentare