Regionale Autoren lasen am Welttag des Buches in Schenklengsfeld aus ihren Werken

Dorfrocker und Mongolen

Eva Martens-Salzmann,

Schenklengsfeld. Eine literarische Reise von der Mongolei, durch eine Feenwelt bis in die osthessische Provinz der 1970er Jahre und ihren ländlichen Revoluzzern erlebten die Gäste der Autorenlesung am Welttag des Buches. Acht Schriftsteller aus dem Landkreis gaben in der Gemeindebibliothek Schenklengsfeld Kostproben ihrer Werke.

Eine Liebe mit Umwegen, die ihre bunten Blüten rund um eine Gartenwirtschaft treibt erzählt Eva Marten-Salzmanns Roman „Ein Paradiesgarten.“

Das Kriegsende und die Nachkriegszeit erlebte die in Mainz geborene Marlis Eifert in Eitra. Trotz der harten Bedinungen und Entbehrungen dieser Jahre, schildert sie ihre Schulzeit in „Ausgelotet“ als hart aber schön.

Die mit elf Jahren jünste Autorin Lena Schaar verarbeitete in ihrer Geschichte über Elfen, Trolle und andere Fabelwesen eine überstandene Krankheit und führte die rund 60 Zuhörer nach „Naruna. Das Land der schönen Träume.“

Handfester geht es bei den Nomadenstämmen der Mongolei zu. Hammelfleisch, zubereitet und serviert wie zu Dschingis Khans Zeiten, bekam die Abenteurerin Tatjana Kröger 2010 vorgesetzt. Mit ihrem Bericht „Das Jahr des Tigers“ gab sie Einblicke in die Erfahrungen einer Reise von Lissabon nach Singapur.

Geoprahisch näher aber nicht weniger exotisch erscheint die Welt in Frank Witzels Roman „Rock, Rinder und die Posaunen der Poesie“. Wortgewaltig und ausdruckstark schildert er das Erwachsenwerden und die Sehnsüchte seines jugendlichen Protagonisten in einem fiktiven osthessischen Dorf vor rund 40 Jahren. Manch ein Schmunzeln im Publikum verriet, dass sich der ein oder andere Zuschauer an eigene Erfahrungen erinnerte.

Der nordische Gott Loki hingegen macht in Harald Webers „Agentin für Loki“ Erfahrungen mit einem chinesischen Schnellrestaurant und gröhlt nach einer durchzechten Nacht norwegische Trinklieder im Treppenhaus seiner Jugendherberge.

Mit besinnlicher Lyrik brachte Anne Weinhart das Publikum zum nachdenken. In ihren Gedichten beschreibt sie nicht nur poetisch die Natur, sondern setzt sich philosophish mit gesellschaftlichen Fragen und Problemen auseinander. Nachdem ihre Werke jahrelang in der Schublade schlummerten, hat die Seniorin nun ihre Gedichtbände „Wort-Findung“ und „Meine Insel aus Gedanken“ veröffentlicht.

Die Wildecker Krimiautorin Heidi Stenzel war durch eine Erkrankung verhindert. Tatjana Kröger las Passagen aus Stenzels Roman „Gefangen im world wide web“, in dem eine Polizistin in düstere Machenschaften im Internet verwickelt wird.

500 Euro für die Bibliothek

Durch den Abend führte Moderatorin Beate Gliem mit literarischen Zitaten. Besonders freuten sich die Organisatoren über eine Spende in Höhe von 500 Euro, die der Schenklengsfelder Optiker Ullrich Gerlach für die Gemeindebibliothek überreichte. Bürgermeister Stefan Gensler dankte ihm dafür im Namen der Gemeinde.

Alle Fotos: Macheledt

Von Arndt Macheledt

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