In Friedewald formiert sich der Widerstand gegen den Erdablagerplatz in Ortsnähe

Deponie-Protest wächst

Grenzmarkierung mit Füßen: Immer mehr Friedewalder Bürger protestieren gegen die Deponie in Ortsnähe im Zuge des Autobahnbaus. Teilnehmer des Ortstermins haben sich dort aufgestellt, wo nach ihrer Vermutung der Erdwall aufgeschüttet werden soll. Foto: roda

Friedewald. Der Protest gegen die großflächige Erddeponie, die am Ortsrand von Friedewald im Zuge des Autobahnbaus geplant ist, verfestigt sich offenbar (die HZ berichtete). Bei einem Ortstermin, zu dem der SPD-Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke eingeladen hatte, diskutierten über 20 Anwohner des Auwegs und aus der Umgebung sowie Mandatsträger der Gemeindegremien über die befürchteten Auswirkungen des Bauzwischenlagerplatzes.

Sorge bereitet den direkt betroffenen Wohnhausbesitzern vor allem der Erdwall, der etwa fünf Meter hoch und dicht an ihren Grundstücken aufgeschüttet werden soll. Die Angaben schwanken um die Entfernung von zehn Metern und etwas mehr.

Bei einem Starkregen, so wird befürchtet, werde die lockere Erde den Entwässerungsgraben davor sofort überschwemmt haben und die angrenzenden Grundstücke überfluten. Auch sei das fortführende Kanalnetz nicht in der Lage, die mit Schlamm angereicherten Wassermassen abzuleiten.

Darüber hinaus wird trotz des Walls eine erhebliche Lärmbelästigung erwartet. Denn Friedewalds SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Iffland spricht von 40 000 Lkw-Fahrten an der Baustelle, um den ganzen Erdaushub hin und her zu transportieren.

Vier Wochen Zeit

An ihn richtete sich bei der Geländebesichtigung auch die kritische Frage, warum die Gemeindevertretung die Erddeponie in dieser Ortsnähe überhaupt zugelassen habe. Iffland und andere Fraktionskollegen wehrten sich gegen den Vorwurf mit dem Hinweis, sie hätten im Parlament erst im November vorigen Jahres den Plan einsehen können und gerade vier Wochen Zeit zur Stellungnahme gehabt.

Erster Beigeordneter Klaus Kraft, der ebenso wie Friedewalds zukünftiger Bürgermeister Dirk Noll beim Ortstermin anwesend war, versicherte, dass die Gemeinde in ständigem Kontakt mit der den Autobahnbau ausführenden DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) stehe. Von dort gebe es auch ein Gesprächsangebot für die nächsten Tage.

Ortstermin-Initiator Torsten Warnecke meinte jedoch, die DEGES werde ihre Position zunächst behaupten, aber angesichts des zunehmenden Bürgerprotests auch Kompromisse anbieten müssen.

Von Hans-H. Hartmann

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