Heringer Haupt- und Finanzausschuss will Kanal- und Straßenbauprojekte verschieben

CSU-Fraktion will kräftig sparen

Heringen. Eine breite Front Heringer Stadtpolitiker möchte wegen der angespannten Finanzlage der Stadt in den kommenden Jahren keine größeren Kanal- und Straßenbauvorhaben mehr in Auftrag geben. Jedes weitere Millionenprojekt würde aus ihrer Sicht den Haushaltsausgleich im Jahre 2017 gefährden.

Daher waren Vertreter von CDU, SPD und UL (CSU-Fraktion) am 25. Februar zu einem Gespräch bei Regierungspräsident Walter Lübcke. Bei diesem Gespräch ging es darum, eine Verlängerung der Sanierungsfristen bis zum Jahr 2021 hinzubekommen. Der Regierungspräsident will nun „seine“ obere Wasserbehörde anweisen, mit der unteren Wasserbehörde beim Landrat in Kontakt zu treten, um diese Fragen zu erläutern. Rechtzeitig vor der Sitzung der Stadtverordneten am 26. März soll eine Entscheidung aus dem Regierungspräsidium die Stadt erreichen. Von der Vorgehensweise der CSU-Fraktion zeigte sich Bürgermeister Hans Ries während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses keineswegs erfreut. So sei im Bereich der Wölfershäuser Straße kein Bauaufschub mehr zu verantworten, da über das Kanalnetz immer wieder Salzlauge in die Kläranlage gelangt.

Und die ist dadurch extrem gefährdet. Immer wieder werden in den Klärbecken hohe Salzkonzentrationen gemessen. Und das Salz greift den Beton und in erster Linie die Technik aus Metall an.

Bürgermeister Hans Ries geht davon aus, dass die Lauge aus Hangbereichen oberhalb der Wölfershäuser Straße stammt. Aufgetreten sei dieses Problem erstmals, als im Jahre 2009 die Entwässerung der Wölfershäuser Straße in die Heringer Kläranlage geführt wurde. Bis dahin waren die Oberflächenabwässer in die Werra gelaufen und die dort lebenden Menschen hatten ihre Hausklärgruben, sodass die Kläranlage nicht belastet wurde.

Damit die Kläranlage aufgrund der immer wieder sporadisch auftretenden immensen Salzwassermengen nicht umkippt, sollte eigentlich schnell gehandelt und der Straßen- und Kanalbau „Am Heinerberg“, oberhalb der Wölfershäuser Straße, in Angriff genommen werden. Dies hatte das Parlament bereits am 13. September 2014 beschlossen. Doch der Bürgermeister setzt auf die Komplettsanierung samt Wölfershäuser Straße und nicht auf Flickwerk. Das Gesamtprojekt will der Ausschuss aber vom Fingerzeig des Regierungspräsidenten abhängig machen.

Und es gibt noch ein Problem: Die während der Sanierung der Wölfershäuser Straße durch den Bürgermeister als Ausweichstrecke vorgesehene Kraftwerksstraße ist nach wie vor nicht für den Verkehr freigegeben.

Von Mario Reymond

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