Unternehmer und Schulleiter aus dem Reich der Mitte interessiert an CTA-Ausbildung

China will duale Bildung

Der chinesische Unternehmer und Leiter einer Privatschule, Taiping Ren (Bildmitte), informierte sich an der Heringer Werratalschule über den dualen Bildungsgang chemisch-technischer Assistent (CTA). Links neben ihm Heringens Bürgermeister Hans Ries. Rechts neben Ren steht Schulaufsichtsbeamter Rainer Standke. Ganz links der ehemalige Lehrer und Schulamtsdirektor Heiner Hofsommer, der den Kontakt zu Taiping Ren hergestellt hatte. Foto: Reymond

Heringen. Der Unternehmer für Fertigbauwände Taiping Ren aus der chinesischen Provinz Henan informiert sich zurzeit über das duale Bildungssystem in Deutschland. Denn neben seinem Betrieb, in dem er 3600 Mitarbeiter beschäftigt, leitet er im Reich der Mitte die größte Privatschule, die von 8000 Schülern besucht wird.

Dafür besuchte er das Werk Werra der K+S Kali GmbH und die Heringer Werratalschule. Die Werratalschule bildet in Kooperation mit K+S und den beruflichen Schulen am Obersberg in Bad Hersfeld chemisch-technische Assistenten (CTA) aus. Im Anschluss an das Abitur müssen die betreffenden Schüler noch ein Ausbildungsjahr bei K+S dranhängen, um sich CTA nennen zu dürfen.

Kontakt über Hofsommer

Taiping Ren war auf Einladung des Friedlosers Heiner Hofsommer nach Waldhessen gekommen. Der ehemalige Schulamtsdirektor Hofsommer war bereits zehnmal über den Senior-Experten-Service in China, wo er auch Taiping Ren kennenlernte.

„Ich bin froh darüber, dass sich China für unser Schulsystem interessiert. Eine Kooperation wäre eine großartige Sache auch für den Schulstandort Heringen“, sagte Hofsommer. Seine Aktivitäten seien mit dem Kultusministerium abgestimmt und würden von dort inhaltlich voll unterstützt. Dies bestätigte auch Rainer Standke, Schulaufsichtsbeamter beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Bebra. „Das Ziel strategischer Partnerschaften wird von uns befürwortet. Jedoch scheitern Schüleraustausche oft an den Finanzen“, merkte Standke einschränkend an.

Die Chinesen hingegen seien sehr an einem Austausch interessiert. „Ich glaube, dass schon bald chinesische Schüler nach Heringen kommen werden, um sich das Angebot dort anzuschauen. Die Werratalschule nimmt so Teil am globalisierten Bildungsauftrag“, erläuterte Hofsommer.

Von Mario Reymond

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