Pressetag bei K+S: Norbert Steiner zeigt Journalisten die Welt unter Tage

Mit dem Chef in der Grube

Philippsthal. Schon das Umziehen in der Kaue ist für die Pressevertreter ein Erlebnis, schließlich haben sich nur die wenigstens schon einmal für eine Grubenfahrt präpariert; neben Helm und Sicherheitsschuhen liegen auch Socken und Unterwäsche bereit. Hier und da wird gekichert.

K+S hatte am Dienstag zum Pressetag an der zum Werk Werra gehörenden Schachtanlage Hera eingeladen, und von der Agrarzeitung bis zu Dow Jones News sind knapp 20 Journalisten gekommen, um sich in gut drei Stunden über Deutschland als Rohstoffland, die Geschäftsbereiche von K+S, die Anwendungsbereiche der Produkte, die Standorte, die Entstehung von Kali- und Salzlagerstätten und die Zukunftsstrategien des Unternehmens informieren zu lassen und sich anschließend unter Tage umzusehen. Der Vorstandsvorsitzende der Aktiengesellschaft, Norbert Steiner, warnt vor einer „Idealisierung der Natur“ und lässt keinen Zweifel daran, was er von den strengen Auflagen und der Kritik am Umgang mit den bei der Produktion entstehenden Abwässern hält. Auch vom geplanten Personalabbau in den nächsten Jahren berichtete er.

Mit dem Aufzug geht es schließlich 750 Meter in die Tiefe, keine anderthalb Minuten dauert die Fahrt im Dunkeln. Kaugummikauen hilft gegen den Druck im Ohr. Aufgeteilt auf mehrere Fahrzeuge geht es für die Journalisten hinein in die Welt unter Tage. Ohne das Scheinwerferlicht der Autos und die Notbeleuchtung dann und wann wäre es in den Tunneln, die zu den Abbaustellen im Revier führen, stockdunkel. Insgesamt werden bei der Besichtigung etwa 25 Kilometer zurückgelegt. „Wenn man das Grundraster kennt, kann man sich eigentlich ganz einfach an der Beschilderung orientieren“, sagt einer der Fahrer. Kommuniziert wird unter Tage per Funk.

Die Größe des zum Werk Werra gehörenden Abbaugebiets ist laut Norbert Steiner mit München und seinen Vororten vergleichbar. Der Chef lässt es sich nicht nehmen, die Besucher zu begleiten. In einer großen Baggerschaufel posiert er für die Kameras.

28 bis 29 Grad herrschen in der Grube. Je tiefer, desto wärmer. Verschiedene Arbeitsschritte und -geräte kriegen die Pressevertreter zu sehen, vom Berauben bis zum Sprenglochbohren, auch Probesitzen im Bagger ist erlaubt. Die Lampe am Gürtel und der Lebensretter, der an der Schulter baumelt, werden langsam immer schwerer. „Ich freue mich jeden Tag darauf, einzufahren“, sagt Bergfrau Carolin Möller (22 Jahre), die unter Tage ein echtes Unikat ist und mit Fragen gelöchert wird. „An das Klima und die Dunkelheit gewöhnt man sich schnell.“

So faszinierend der Ausflug auch war, die meisten Besucher sind doch froh, als sie wieder Tageslicht erblicken.

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Von Nadine Maaz

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