Therapie für Mädchen mit Angelman-Syndrom

Celin trifft schon bald die Delfine

Hoffnung: Celin fliegt nach Südamerika zu einer Delfin-Therapie. Das Mädchen hat das Angelman-Syndrom. Foto: Beate Funk

Vacha. Eine große Reise soll das Leben der kleinen Celin aus Vacha verändern: Zahlreiche Menschen haben dafür gesorgt, dass das Mädchen mit dem Angelman-Syndrom eine Delfin-Therapie machen kann.

„Die Freude ist riesengroß, denn es ist geschafft“, sagt Celins Oma Birgit Neugebauer. Zirka 11 500 Euro seien an Spenden zusammengekommen – das sei die Summe, die noch gebraucht wurde.

Celin Neugebauer sieht man fast immer lachend. Die Siebenjährige leidet am Angelman-Syndrom – einer seltenen Krankheit, die auf eine Genbesonderheit zurückzuführen ist (wir berichteten). Häufiges Lächeln, Hyperaktivität, eine starke Sprachbehinderung, psychische und motorische Entwicklungsverzögerungen gehören zu den Symptomen.

Sprechen wird sie nie

Celin wird nie sprechen können, sie kann keine Gefahren einschätzen, kann nie allein gelassen werden. Aber sie lernt dazu. Und immer wieder gab es überraschende Erfolge. So seien die Ärzte anfangs davon ausgegangen, dass das Kind auf den Rollstuhl angewiesen sein würde. Das wollte die Familie so nicht akzeptieren. Viel Geduld und Training brachten Erfolg: Celin läuft, hat allerdings Gleichgewichtsstörungen.

Die Krankheit ist nicht heilbar. Nach Angaben des Vereins „Dolphin Aid“ (Delfin-Hilfe) ist es aber nachgewiesen, dass am Angelman-Syndrom erkrankte Kinder von einer Delfin-Therapie profitieren. Das Schwimmen mit den Tieren im Wasser soll die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer fördern und die Kinder gelassener machen. Eltern von anderen Angelman-Kindern hätten den Erfolg bestätigt, sagt Birgit Neugebauer.

Die Therapie kostet aber sehr viel Geld, das die Familie aus eigener Kraft nicht hätte aufbringen können. Deshalb wurde im Mai 2013 eine Spendenaktion gestartet – von deren Ergebnis Celins Familie schier überwältigt ist.

Ende Februar geht’s los

Vom 28. Februar bis 14. März wird die Kleine nun eine Delfin-Therapie in Südamerika machen. „Die große Reise auf die Karibikinsel Curacao wird ihr Leben verändern“, ist die Oma überzeugt. Sie erhofft sich für ihre Enkelin „eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten – denken, merken, wiedergeben –, dass sich die Feinmotorik verbessert und dass sie vom Wesen her vielleicht ein bisschen ruhiger wird – sie ist ja immer sehr aufgekratzt“. Während der Therapie wird die Siebenjährige von einem Physiotherapeuten, einem Ergotherapeuten und einer Ärztin betreut. Damit ihr die Tiere nicht fremd sind, bekam Celin schon vor einem Jahr die DVD „Mein Freund, der Delfin“ geschenkt. „Die guckt sie immer“, erzählt ihre Oma.

Birgit Neugebauer wird Celin auf ihrer Reise begleiten. Auch die Schulbegleiterin des Mädchens kommt mit. Was die große Reise der kleinen Celin gebracht hat, will Birgit Neugebauer nach der Rückkehr berichten. (red/bf)

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