Ministerium vergleicht Alternativen

Salzeinleitung in Werra: Bund prüft Eindampfen von K+S-Kalilauge

Werratal. Kritiker des Kaliproduzenten K + S fordern seit Langem, Kaliabfälle in Osthessen einzudampfen, anstatt sie in die Werra einzuleiten. Der Konzern hatte das stets abgelehnt: Zu unwirtschaftlich, zu umweltschädlich und technisch nicht zu realisieren. Nun bekommt die Idee neuen Auftrieb.

Das Bundesumweltministerium prüft diese Entsorgungsmethode.

Das hatte der Norddeutsche Rundfunk gemeldet. Bei der Methode solle Salzlauge vor Ort aufgefangen und aufbereitet werden. Gemeint ist das Konzept von Prof. Dr. Peter Quicker von der Technischen Hochschule Aachen. Der hatte bereits 2013 in einer Studie erklärt, dass K + S durch das Verdampfen von Lauge in einem Kraftwerk Wertstoffe gewinnen könnte – und damit Geld verdienen.

K + S zweifelt das weiter an. Die Idee von einer abwasserfreien Kaliproduktion bleibe eine Utopie, sagt K + S-Sprecher Ulrich Göbel. Auch der Runde Tisch zur Werraversalzung sieht dieses Verfahren kritisch und setzt weiter auf eine Pipeline-Lösung.

Dass sich nun das Bundesumweltministerium einmischt, ist ungewöhnlich: „Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und die Frage, wie dem Problem der Salzbelastung von Werra und Weser begegnet werden kann, ist allein Aufgabe der Länder“, sagt Ministeriumssprecherin Nicole Scharfschwerdt. Allerdings habe der Bund „wegen der umwelt- und wirtschaftspolitischen Dimensionen Interesse daran, eine für alle akzeptable Lösung zu finden“. Daher habe man zugesagt, die Verfahren zu vergleichen. Die Prüfung befinde sich in einer sehr frühen Phase.

K + S-Kritiker hoffen nun, dass für die Zeit der Untersuchung die Genehmigungsverfahren für die Pipelines ausgesetzt werden. Vom Ministerium heißt es aber: Die Prüfung werde keine Auswirkungen auf Genehmigungen oder künftige Verfahren haben.

Von Göran Gehlen und Marcus Janz

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