Grundsatzbeschluss ist gefasst: Friedewalder Verwaltung zieht Anfang 2017 um

Bürgermeister wird Schlossherr

Amtlich: Die Verwaltung der Gemeinde Friedewald wird Anfang 2017 aus dem bisherigen Rathaus in das Erdgeschoss des Schlosses einziehen, das dafür umgestaltet werden muss. Grafik: Albert Hess

Friedewald. Die Friedewalder Verwaltung zieht zu Beginn des Jahres 2017 aus dem bisherigen Rathaus in den umzubauenden Marstall des Schlosses um. Diesen Grundsatzbeschluss haben die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Mittwochabend im Veranstaltungsraum des Schlosses einstimmig gefasst.

Für die SPD hatte Horst George bei der vorangegangenen Beratung dringenden Handlungsbedarf erkannt. Zwar sei die Problematik schon seit einigen Jahren bekannt, doch ein schlüssiges Konzept habe es erst jetzt gegeben.

Mehrere Varianten geprüft

Bürgermeister Dirk Noll hatte den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses schon im März mehrere Varianten für den künftigen Verwaltungssitz vorgeschlagen.

Aufgrund der Kosten favorisierte der Bürgermeister damals bereits ein Projekt mit Mietcharakter. Den Bau eines Rathauses schloss er mit Blick auf die Kosten aus. So würde die Grundsanierung des alten Kindergartens 1,18 Millionen Euro kosten. Ein Anbau an die bestehende Festhalle mit Sanierung würde 1,06 Millionen Euro verschlingen. Für die Sanierung des Erdgeschosses im Museum müssten dagegen nur 560 000 Euro aufgebracht werden.

Gedacht ist an eine Anmietung des Objekts auf mindestens 25 Jahre – mit Ausstiegsmöglichkeit. Wieviel Geld die Kommune letztlich an Miete für die 370 Quadratmeter Nutzfläche an das Land Hessen als Eigentümerin zahlen muss, ist noch nicht bekannt. „Die Verhandlungen darüber laufen. Vielleicht bekommen wir ja eine besonders kostengünstige Lösung hin, da wir durch unsere Investitionen den Wert der Immobilie aufwerten“, sagte Noll.

Der neue Verwaltungssitz wird künftig alle Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das bisherige Rathaus ist dagegen nicht mit Fluchtwegen ausgestattet, verfügt nicht über den notwendigen Brandschutz und ist auch von behinderten Menschen überhaupt nicht zu besuchen.

Das alte Rathaus soll nach dem Auszug der Verwaltung einer anderen Nutzung zugeführt werden. Schon jetzt gebe es Pläne für die Nachnutzung. Ein Kaufinteressent sei bereits bei ihm vorstellig geworden, erklärte der Bürgermeister.

Vor dem Umzug ins Schloss muss der Marstall baulich auf die Anforderungen der Verwaltung zugeschnitten werden. Der Boden wird aufgebaut und der komplette Trakt mit schallsicheren Stellwänden versehen. Behindertengerechte sanitäre Anlagen und ein Fahrstuhl, um den möglichen Sitzungsraum im Obergeschoss zu erreichen, sind ebenfalls eingeplant

Das Museum bleibt

Im Obergeschoss erhalten bleibt weiterhin das Heimatmuseum. Lediglich der Heimatverein – K+S-Ausstellung – und die Folkloregruppe würden ihre Vereinsräume im Erdgeschoss verlieren und werden in den alten Kindergarten umziehen. Der ist aber noch bis Herbst 2016 an am Autobahnbau beteiligte Firmen vermietet. Beide betroffenen Vereine haben bereits ihre Zustimmung zu den Veränderungen gegeben.

Von Mario Reymond

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