Heringer Stadtoberhaupt befürchtet, dass die Millionen Euro aus der Transaktion in Asien verpulvert werden, weil dort höhere Renditen zu erzielen ...

Bürgermeister Ries hält Rückkauf der E.on-Anteile für falsch

Heringen. Bürgermeister Hans Ries aus Heringen reagiert mit Skepsis auf den Rückkauf der E.on-Anteile durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

In 2002 habe der Kreis seine EAM-Anteile an E.on für 47,52 Millionen Euro mit dem Argument verkauft, dass dies Arbeitsplätze, Standorte und die Versorgung für die Bürger sichere. Jetzt wolle derselbe Kreis die Anteile über eine Kreditfinanzierung für 63 Millionen Euro unter den selben Gesichtspunkten zurückerwerben. „Damals hatte dieser Bereich bei E.on noch 1459, heute 1287 Beschäftigte“, merkt Ries kritisch an und führt weiter aus: „Die E.on selbst trug den Bürgermeistern zu den Verkaufsabsichten in Borken vor, dass man das Geld brauche, um in Asien zu investieren, weil dort die Renditen höher seien. Knappes kommunales Geld wird also nach Asien fließen, während hier bei den Straßen, Wasserleitungen und Abwassersystemen gespart und auf Substanz gefahren werden soll“, empört sich das Heringer Stadtoberhaupt.

Fakt sei, dass es mit der Energiewende für gewinnverwöhnte Konzerne auf dem Markt künftig teurer und unkalkulierbarer werde. „Und dann ist es gut, wenn die ohnehin finanziell ausgeblutete kommunale Familie helfend einspringt, um den Bürgern rosige Zeiten zu versprechen. So, wie sie es schon beim Verkauf getan hat“, frozzelt Ries. Persönlich hält er die Prioritätensetzung, wie sie nun zugunsten eines Großkonzerns vorgenommen wurde, für eine Katastrophe. Allerdings habe man in diesem Land auch für hunderte Milliarden Euro Banken gerettet, die sich in ihrer Gier verzockt hätten, während man für einen Mindestlohn von 8,50 Euro jahrelang vergeblich verhandelt habe.

„Ich bin gespannt, ob Heringen vom Landrat die Kreditgenehmigungen für den Bau von Kanälen, Wasserleitungen und Straßen, also gesetzliche Pflichtaufgaben, künftig ebenso unproblematisch bekomme, wie die Stadt sie für den Aufkauf von E.on-Anteilen bekommen hätte“. Die Heringer Stadtverordneten hatten sich nämlich am 13. Dezember 2012 gegen eine eigene Beteiligung am Rückkauf der E.on-Anteile ausgesprochen. (red/rey)

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