Heringer Georges Mauen kommt Kriminellen auf die Schliche

Braten gerochen

Den Braten gerochen: Der Heringer Georges Mauen löste den Scheck eines Autokäufers nicht ein und ließ das dubiose Geschäft vorsichtshalber platzen. Foto: Reymond

Heringen. Der neun Jahre alte Mitsubishi von Georges Mauen aus Heringen steht noch immer auf dem Hof. Eigentlich sollte das Auto schon längst verkauft und weg sein. Mauen hatte seinen Wagen im Dezember vergangenen Jahres bei Autoscout24 im Internet angeboten und dort seine Mobilfunknummer hinterlegt. Einen Kaufinteressenten gab es dann auch, der sich zunächst per SMS bei Mauen auf dem Handy meldete.

Doch aus dem Geschäft wurde nichts. Mit jeder weiteren Nachricht, mittlerweile per E-Mail, wurde Mauen, der 31 Jahre in Belgien als Polizist gearbeitet hat, hellhöriger und vorsichtiger zugleich. „Die erste E-Mail kam von einer Adresse in Moskau. Später dann habe ich mit einem Patrick Faust auf englisch telefoniert, der sich aus Wales meldete“, erinnert sich der in Heringen lebende Belgier.

3000 Euro für Mittelsmann

Von diesem Patrick Faust bekam er den Hinweis, dass ein Mittelsmann zu Mauen kommen und das Auto abholen werde. Diesem Mann sollte Mauen 3000 Euro für den Transfer des Autos auf die Insel mitgeben. Das Geld dafür und für den Kauf des Autos – Mauen wollte 4500 Euro für seinen Mitsubishi – hatte der vermeintliche Patrick Faust per Scheck angewiesen.

Mit diesem Papier über 6700 britische Pfund (7800 Euro) ging Mauen zu seiner Bank, um sich zu informieren. Dort wurde ihm geraten, den Scheck nicht einzulösen. Man würde ihm das Geld zwar aufs Konto überweisen, doch bei Schecks aus Großbritannien sei Vorsicht geboten. Sollte sich herausstellen, dass er nicht gedeckt oder falsch ist, würde ihm das Geld umgehend wieder abgenommen.

Georges Mauen hätte bei diesem dubiosen Autodeal also einen Verlust von 7500 Euro gemacht. Der Scheck geplatzt und das Auto sowie die Überführungskosten weg.

Doch so weit ist es dann nicht gekommen. Mauen kontaktierte noch einen Polizisten in der Nachbarschaft, der ebenso wie er selbst auf eine betrügerische Aktion tippte. Also schickte Mauen noch eine E-Mail an den interessierten Autokäufer und teilte ihm mit, dass er das Geschäft nicht abwickeln werde. Seine Erfahrungen als Polizeibeamter hätten ihn vorsichtig werden lassen. Und er werde den Scheck umgehend an den Absender zurücksenden. „Das wiederum wollte Herr Faust dann auch nicht. Ich sollte den Scheck doch einfach wegwerfen. Das habe ich dann auch getan, ihn aber vorher noch fotokopiert“, teilt Mauen mit.  Artikel rechts

Von Mario Reymond

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