Gedenken 25 Jahre nach Grubenunglück

Borken bleibt in Erinnerung

Gedenken: Ehemalige Mitglieder der Grubenwehren Hattorf und Wintershall legen einen Kranz am Mahnmal nieder. Foto: nh

Borken/Heringen/Philippsthal. 19 ehemalige und aktive Mitglieder der Grubenwehr Hattorf-Wintershall und Funktionsträger des Werkes Werra der K+S Kali GmbH haben an der Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag des Grubenunglücks von Stolzenbach teilgenommen. 1988 waren bei einer untertägigen Kohlestaub-Explosion auf der Zeche Stolzenbach des Braunkohletiefbaus Borken 51 Bergleute, Handwerker und Aufsichtspersonen ums Leben gekommen – sechs Kumpel konnten wie durch ein Wunder gerettet werden.

„Rund 800 Grubenwehrmänner aus 29 Grubenwehren kämpften elf Tage lang mit beispielloser Unterstützung der Polizei und der Hilfsdienste um das Leben ihrer Kameraden“, erzählt Peter Bosse, ehemaliger Chef der Grubenwehr Wintershall und zeitweise Einsatzleiter unter Tage in Stolzenbach.

Unter ihnen waren fast 70 Grubenmitglieder der damals noch eigenständigen Werke Hattorf und Wintershall. Heute sieht es sehr beschaulich aus, wenn man zur Gedenkstätte Stolzenbach kommt. Allein ein ringförmiges Mahnmal inmitten von üppigen Bäumen und satten grünen Wiesen weist darauf hin, dass sich hier eines der größten Bergwerksunglücke Deutschlands ereignet hat.

Bei denjenigen jedoch, die 1988 im Einsatz waren, sind die Schreckensbilder von damals ins Gedächtnis gemeißelt wie die Motive von arbeitenden Bergleuten in der Sandsteinmauer unweit des Mahnmals.

Und diese Erinnerungen traten bei der Gedenkfeier vor Ort wieder in besonderem Maße zutage: „Hier war das Wetterloch, das für Seilfahrten umfunktioniert wurde“, erinnert sich einer der ehemaligen Grubenwehmänner aus dem Werratal an die Situation vor 25 Jahren. „Und dort standen die Zelte“, ergänzt ein anderer. „Borken wird uns immer begleiten, denn die Ereignisse werden wir nie vergessen“, ist sich Heinrich Reinmüller sicher.

Verbundenheit ausgedrückt

Neben Bernd Heßler, seit 1987 Bürgermeister von Borken, und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier durfte auch Peter Bosse bei der Kranzniederlegung im Namen aller damals beteiligten Grubenwehren das Wort an die Angehörigen richten: „Genau wie 1988 stehen wir bei dieser Gedenkfeier an ihrer Seite, als Zeichen unserer Verbundenheit mit unseren verunglückten Kameraden.“ (red/rey)

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