Ernte bei den Schenklengsfelder Weinbergfreunde: Hoffnung auf einen guten Tropfen

Blaue Trauben, roter Wein

Weinlese in Schenklengsfeld: Die Trauben von 240 Rebstöcken ernteten die Weinbergfreunde während eines vierstündigen Arbeitseinsatzes am Montag bei sonnigem Herbstwetter. Fotos:  Lenz

Schenklengsfeld. Rund vier Stunden brauchten die Weinbergfreunde im Heimatverein Landeck am Montag – dann war die dritte Weinlese auf dem wiederbelebten Weinberg im alten Schenklengsfelder Ortskern über die Bühne. Mittlerweile ist der steile Hang unterhalb des historischen Friedhofs mit 240 Rebstöcken in verschiedenen Entwicklungsstufen bepflanzt.

Die lieferten jetzt 250 Kilo blaue Trauben der Sorte Regent, die an Ort und Stelle zu rund 200 Kilo Maische oder Rohmost verarbeitet wurden. Daraus entstehen in den kommenden Monaten während eines kontrollierten Gärprozesses im Keller eines Vereinsmitglieds voraussichtlich etwa 140 bis 150 Liter Rotwein.

Zum Vergleich: Im Herbst 2014 waren lediglich 80 Kilo Trauben geerntet und anschließend 60 Liter Wein produziert worden – von durchaus trinkbarer Qualität. Damals hatten noch nicht alle Stöcke getragen. Wegen der erwarteten Steigerung des Ertrags hatten sich die Schenklengsfelder Hobbywinzer vor dem aktuellen Lesetermin eine Entrappungsmaschine angeschafft, in der die Weinbeeren durch zwei Walzen von den Stielen gezupft und zerquetscht werden. Im vergangenen Jahr hatten das noch viele freiwillige Helfer in Handarbeit besorgt.

Als durchschnittlichen Fruchtzuckergehalt der diesjährigen Trauben, der entscheidend ist für die Alkoholbildung und damit auch für den Geschmack des späteren Weines, ermittelte „Kellermeister“ Dr. Bernd Schwedes durch mehrere Messungen mit dem Refraktometer 85 Grad Öchsle – ein Wert im Normalbereich der klassischen Weinbaugebiete.

Projekt läuft seit 2012

Das Schenklengsfelder Weinberg-Projekt begann im Februar 2012 mit der Rodung des verwilderten, insgesamt 830 Quadratmeter großen Geländes. Danach wurden in mehreren Etappen etwa 500 Quadratmeter mit Wein bepflanzt. Auf einem schmalen Teilstück ergänzen Obstbäume die Reben. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Unternehmen haben mittlerweile als Weinberg-Paten oder Sponsoren das Projekt finanziell unterstützt.

Von Peter Lenz

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