Abendliches Konzert in der Schlosskirche mit „Gut Singer und ein Organist“

Bewegendes Erlebnis

Trat in der Philippsthaler Schlosskirche auf: Das Quartett „Gut Singer und ein Organist“ mit Sebastian Byzdra, Matthias Olbrich, Maik Gruchenberg und Frank Kaufmann (von links). Foto: Finke

Philippsthal. Nach einem geschäftigen Sommertag fanden die Zuhörer am Donnerstag in der kühlen Philippsthaler Schlosskirche bei einem ganz besonderen Konzert abendliche Ruhe und Besinnung. Das Männerquartett „Gut Singer und ein Organist“ präsentierte unter der Leitung von Maik Gruchenberg Madrigale und Motetten, aber auch altbekannte Volkslieder aus vier Jahrhunderten.

Sebastian Byzdra (Tenor I), Maik Gruchenberg (Bariton und Orgel), und Frank Kaufmann (Bass) – alle drei Opernsänger an der Oper in Halle – sowie Matthias Olbrich (Tenor II) aus Weimar begannen in Philippsthal ihre Konzerttour durch die Rhön und Südthüringen. Mit traditionellen Weisen wie „Kommt, ihr G’spielen“, „Innsbruck, ich muss dich lassen“, „Am Brunnen vor dem Tore“, „Ännchen von Tharau“ und „In einem kühlen Grunde“ brachten sie die gesamte Kirche vom Chorraum aus zum Erklingen. Dank ihrer glasklaren Stimmen und dem schlichten Dirigat von Maik Gruchenberg war dies ein bewegendes Klangerlebnis, fern ab von jeglichem Kitscheffekt, den man eventuell bei diesem Liedgut erwarten könnte.

Aber auch mit geistlichen Gesängen wusste das Quartett zu begeistern. Besonders beeindruckten die vier mit ihren lateinischen Messgesängen des polnischen Komponisten Piotr Jánczak aus dem Jahr 1999 – ein modernes, aber harmonisches, lebhaftes Werk, bei dem man im Gesang förmlich das fröhliche Geläut der Kirchenglocken heraushörte.

Ein weiterer Teil des Konzerts erklang von der Orgelempore, nämlich reine Orgelstücke, etwa mittelalterliche Tanzvariationen, oder Werke für Orgel und drei Stimmen wie Georg Philipp Telemanns „Der Herr ist mein Hirte“.

Mit einem „nächtlichen Ständchen“ als Zugabe endete ein harmonisches abendliches Konzert. (fin)

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