Betreiber stellen umstrittenen Mastbetrieb in Hillartshausen der Öffentlichkeit vor

Besucher im Hähnchestall

Blick in den Stall: Juniorchef Jens Weitz (zweiter von rechts) erklärt den Besuchern während des Tages der offenen Tür in der Hillartshäuser Hähnchenmastanlage die Funktion der automatischen Tränken und Futterschalen. Foto: Eisenberg

Hillartshausen. 54 000 Hähnchen fasst der neue Stall, den die Landwirtsfamilie Weitz am Ortsrand von Hillartshausen errichtet hat. Bevor in dieser Woche die ersten Küken angeliefert werden, öffneten die Betreiber am Samstag die Hallentore für Besucher.

Der Bau Mastanlage hatte für Unruhe gesorgt. Anwohner aus Hillartshausen und den Nachbardörfern, Politiker aus Friedewald und den Nachbarkommunen hatten sich gegen den Stall ausgesprochen. Sie hatten unter anderem Geruchsbelästigung oder die Keimbelastung der Luft und eine damit verbundene Wertminderung ihrer Grundstücke gefürchtet. Oder aus Tierschutzgründen die Haltung von 54 000 Hähnchen in einer Halle abgelehnt. Das Regierungspräsidium Kassel genehmigte die Anlage schließlich.

Mit dem Tag der offenen Tür habe er nun jedem die Möglichkeit geben wollen, sich selbst ein Bild zu machen, sagt Seniorchef Hans Jochem Weitz. Die aktuellen Lebensmittelskandale, aber auch die Berichterstattung über Extremfälle in der Geflügelmast, rückten die gesamte Branche zu Unrecht in ein schlechtes Licht, sagt er. Zahlreiche Menschen aus Hillartshausen und den Nachbarorten waren der Einladung gefolgt.

Obwohl es in der Vergangenheit Unruhe gegeben hatte, herrschte eine entspannte Atmosphäre. Woher kommen die Küken, wie funktioniert die Fütterungsanlage? Diese und andere Fragen wurden Hans-Jochem Weitz und seinem Sohn Jens gestellt. Manchem Besucher fiel es dennoch sichtlich schwer, sich 54 000 Hähnchen in der 100 mal 27 Meter großen Halle vorzustellen.

Bei der Hähnchenmast arbeitet die Weitz KG mit der Rothkötter-Gruppe aus dem Emsland zusammen. Aus deren Betrieben kommen Küken und Futter, eigenen Weizen darf der Mastbetrieb hinzufüttern. Geschlachtet werden die Tiere in Wietze bei Hannover und von dort zerlegt als Frischgeflügelprodukte in den Handel gebracht. Futter- und Wasserversorgung, Temperatur und Licht steuert ein Computer. Dennoch seien mehrere Kontrollgänge am Tag unerlässlich, sagt Weiz. Das Einfangen und verladen der Tiere sowie das Auswaschen des Stalls nach einem Mastzyklus erledigen Fremdfirmen.

Zu den Besuchern während des Tages der offenen Tür gehörten auch Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll und sein Philippsthlaer Amtskollege Ralf Orth.

Der Streit sei beigelegt, jetzt gelte es nach vorne zu schauen und dafür Sorge zu tragen, dass Auflagen eingehalten werden, sagt Noll, dessen Vorgänger zu den Kritikern des Projektes gehört hatte. Dass alle Vorgaben beachtet werden sollen und es durch die Hühnermast keine Geruchsbelästigung geben werde, betont auch Hans Jochem Weitz. Gut 900 000 Euro hat der ihn Stallbau gekostet. Für den Landwirt eine Investition in die Rentabilität seines Betriebes.

Tag der offenen Tür in der neuen Hähnchenmastanlage Hillartshausen

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