Merkers – Internationaler Wandertag findet 500 bis 800 Meter unter der Erde statt

Besonderer Spaziergang

Viel los: Im Erlebnisbergwerk in Merkers wird am Samstag, 23. November, ordentlich Betrieb sein. Dann richtet der Wanderverein Wölfershausen einen internationalen Wandertag unter Tage mit 1200 Teilnehmern aus. Unser Foto entstand beim Start eines Marathons im Bergwerk. Foto: nh

Merkers/Wöfershausen. Die Wanderfreunde Wölfershausen haben sich für ihren 53. internationalen Wandertag, der am Samstag, 23. November, stattfindet, etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Teilnehmer werden diesmal nicht über Felder und durch Wälder laufen, sondern tief unter der Erde – im Erlebnisbergwerk Merkers.

„Die Idee, so etwas einmal in Angriff zu nehmen, hatte ich schon vor einigen Jahren. Und nun hat es endlich geklappt“, erzählt Walter Fiedler, der früher selbst bei K+S im Werk Werra unter Tage gearbeitet hat. Zusammen mit seinem Wanderfreund Hermann Spangenberg kümmerte sich Fiedler um die Organisation.

Für den außergewöhnlichen Wandertag 500 bis 800 Meter unter der Erde machten die Wölfershäuser Wanderfreunde in ganz Deutschland Werbung. 10 000 Flyer wurden verteilt. Bis ins benachbarte Ausland hinein. Und so meldeten sich für den Wandertag in Merkers schließlich 1200 Frauen und Männer an.

Zwei Dänen zum Schluss

„Erst vor einigen Tagen haben sich noch zwei Dänen per E-Mail angekündigt“, freut sich Fiedler. Die größte Gruppe reist aus Alt-Hürth im Ruhrpott an. Erwartet wird eine 53-Personen starke Gruppe. Selbst in Ramstein stationierte US-Soldaten, die in Uniform und mit Gefechtshelm bekleidet sein werden, wollen unter Tage dabei sein.

Angeboten werden drei Strecken mit einer Länge von 8, 16 und 22 Kilometern. Gestartet wird zwischen 10 und 12 Uhr. Fiedler und Spangenberg sind sich sicher, dass die knapp bemessene Zeit ausreichen wird, denn pro Stunde können 600 Menschen in den Förderkörben von oben nach unten befördert werden. Zielschluss ist für 17 Uhr vorgesehen. Jeder Teilnehmer wird im Anschluss eine persönliche Urkunde erhalten.

Kristallgrotte ist offen

Auf ihrer Wanderung im Erlebnisbergwerk dürfen die Teilnehmer natürlich einen Blick in die Kristallgrotte werfen. An einer anderen Station wird ein Film über eine Sprengung unter Tage gezeigt. Und dann gibt es vier Kontroll- und Verpflegungsstellen, an denen Essen und Getränke zu moderaten Preisen angeboten werden. „Wasser ist natürlich kostenfrei“, erklärt Spangenberg. Und an jeder dieser Kontrollstellen sind auch vier Toilettenhäuschen aufgestellt.

Während es in der Grotte und an den Verpflegungspunkten Licht geben wird, ist es auf der gesamten unterirdischen Wanderstrecke ansonsten stockdunkel. „Die Wanderer müssen daher alle eine Stirn- oder Taschenlampe dabei haben“, merkt Spangenberg an. Und weil die Frauen und Männer auf ihrem Weg durch das Bergwerk etwa 300 Höhenmeter zu bewältigen haben, werden sich auch unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sein, die zwischen 21 und 28 Grad schwanken.

Nach der Wanderung besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit, falls sie dies nicht schon unter der Erde getan haben, sich in einem angemieteten Saal zu stärken.

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Von Mario Reymond

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