Leiter von Partnerschule aus Äthiopien besuchte die Gesamtschule Schenklengsfeld

Begegnung mit Helfern

Besonderer Gast im Erdkundeunterricht: Die Schülerinnen und Schüler der Klasse R9.2 der Gesamtschule in Schenklengsfeld bekamen am vergangenen Freitag Besuch vom Schulleiter der äthiopischen Partnerschule, Salomon Damtew (9. von links). Fotos: Nicole Wagner

Schenklengsfeld. Ge-spannt lauschen die Schülerinnen und Schüler der Klasse R9.2 den Erzählungen von Salomon Damtew (34), der mittels einer Karte auf seinen Heimatort in Äthiopien hinweist. „Unsere Schule liegt etwa 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt Addis Abeba“, erzählt der Schulleiter der Meranya Peace School, der die Gesamtschule Schenklengsfeld vergangene Woche für mehrere Tage besuchte.

Unterschiede im Schulalltag

Gemeinsam mit Helga Mengistu-Faust, die sich ehrenamtlich für ein Hilfsprojekt zwischen der deutschen und der äthiopischen Schule engagiert, besuchte er mehrere Schulklassen, beantwortete Fragen und erzählte vom Alltag an einer afrikanischen Schule. Dabei erfuhren die deutschen Jugendlichen, dass die Landessprache in Äthiopien Amharisch ist und eine Schulstunde dort nur vierzig Minuten dauert. Allerdings müssen die Kinder oftmals einen jeweils zweistündigen Fußmarsch zur Schule und nach Hause auf sich nehmen und nachmittags auf dem Feld arbeiten, um ihre Eltern zu unterstützen.

In der Schule in Äthiopien, deren Entwicklung seit rund neun Jahren von der Gesamtschule Schenklengsfeld unterstützt wird, werden rund 1000 Schülerinnen und Schüler von 36 Lehrern bis zur zehnten Klasse unterrichtet. Schulleiter Salomon Damtew selbst ist seit zwölf Jahren Mathelehrer und unterrichtet rund fünf Stunden täglich. Für die Unterstützung der Schenklengsfelder Schule ist er sehr dankbar. „Es hat sich schon sehr viel verändert“, erzählt Oskar Ruhl, Schulleiter der Gesamtschule, der das Projekt seit den Anfängen begleitet. „Zu Beginn hatte die Schule noch nicht mal eine Stromversorgung. Nun können wir sogar Computer dorthin schicken.“

Als Teil seines Besuchs beobachtete Salomon Damtew auch den deutschen Schulunterricht in den Fächern Kunst, Musik und Arbeitslehre und schaute sich gemeinsam mit den Gastgebern die Sehenswürdigkeiten der Region an. „Besonders hat mir das Kreisheimatmuseum in Rotenburg gefallen“, erzählt er. „Es ist interessant, wie es hier vor 100 Jahren ausgesehen hat.“ Besonders war ihm außerdem aufgefallen, wie sauber es in Deutschland ist.

Viele Ziele für die Zukunft

Die Hygiene zu verbessern sei ein Ziel für die Zukunft seiner Schule. Außerdem möchte er die Lehrerfortbildung fördern, handwerkliche Fähigkeiten lehren, separate Räume für die Naturwissenschaften einrichten und die Bibliothek vergrößern, die sich im Moment noch in einem der Klassenräume befindet. „Wir entwickeln uns von Tag zu Tag“, sagt der 34-Jährige, der besonders von dem Sekretariat und dem geräumigen Lehrerzimmer an der Gesamtschule angetan war. „Bei uns gibt es leider keinen Aufenthaltsraum mit Aufbewahrungsfächern.“

Von Nicole Wagner

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