Noch in diesem Jahr soll die Produktion von Hähnchen in Hillartshausen beginnen

Baustart für Mastanlage

Bauherr: Hans Jochem Weitz hofft, dass er mit dem Bau seiner Hähnchenmastanlage am Ortsrand von Hillartshausen in den nächsten Tagen loslegen kann. Die einzelnen Aufträge an Firmen und Unternehmen sind bereits erteilt. Im Hintergrund sind die Windräder bei Gethsemane zu erkennen. Foto: Reymond

Hillartshausen. In Hillartshausen wird für 900 000 Euro eine Hähnchenmastanlage gebaut. Die Genehmigung seitens des verantwortlichen Regierungspräsidiums in Kassel ist erteilt. Und die Widerspruchsfrist läuft dieser Tage ab.

Die Fläche am künftigen Standort am Ortsausgang in Richtung Ausbach ist bereits geebnet und auch ein Blockheizkraftwerk steht schon. Der größte Gegner des Projekts, Friedewalds Ex-Bürgermeister Martin Gröll, ist nicht mehr im Amt. Und auch sonst scheinen die Kritiker verstummt zu sein. Insgesamt hatte es 265 Einwände gegen das Projekt der Hillartshäuser Weitz KG gegeben. Zum Erörterungstermin im August vergangenen Jahres in der Bad Hersfelder Außenstelle des Regierungspräsidiums waren aber nur die drei Bürgermeister der Kommunen Friedewald, Hohenroda und Philippsthal erschienen.

Geruch und Keime

„Bei den Einwänden ging es meist um drei Punkte: Die Keimbelastung, den Geruch und den Tierschutz“, sagt Gabi Weitz. Einige Hillartshäuser fürchten zudem einen Wertverlust ihrer Immobilien und Grundstücke, wenn besagte Mastanlage in Betrieb geht.

Ihr Mann Hans Jochem verdeutlicht, dass ihm eine rechtsfähige Baugenehmigung vorliegt. „Es muss einem Betrieb doch die Möglichkeit zum Überleben gegeben werden. Wir haben hier in der Region nun einmal nicht diese riesigen Flächen. Daher müssen wir auf Tierhaltung setzen“, erklärt der Landwirt. Und aus unternehmerischer Sicht sei das Geschäft mit den Hähnchen besonders lukrativ.

Kein Gewinn

Anders habe dies bei der Milchkuh-Haltung ausgesehen. „Wir haben 2009 unsere 50 Kühe abgegeben, weil mit der Milch kein Gewinn mehr zu erzielen war“, verdeutlicht Weitz. Und auch in der Schweinezucht bliebe nicht viel Geld hängen. Also seien er und seine Familie auf die Idee mit der Hähnchenmast gekommen.

„Unser Sohn Jens macht gerade eine landwirtschaftliche Ausbildung und hat zwei Jahre auf einem Hähnchenmastbetrieb bei Zierenberg gearbeitet. Er soll die Anlage bei uns einmal führen“, erklärt Hans Jochem Weitz.

Überhaupt passe der Hähnchenstall für 60 000 Tiere, in dem aber immer nur 54 000 stehen werden, ins Weitzsche Konzept. „Wir erzeugen bereits Biogas zur Stromgewinnung. Die dabei entstehende Wärme wollen wir im Stall nutzen. Und der anfallende Hühnerkot wird dann wieder in der Biogasanlage verarbeitet“, erläutert Weitz den innerbetrieblichen Kreislauf. Zum Einstallen der Hähnchen wird eine Temperatur von 32 Grad benötigt. Sie soll durch eine Fußbodenheizung erreicht werden. 40 Tage bleiben die Hähnchen im Mast-Stall. Bei sieben möglichen Durchgängen werden nach der Fertigstellung der Anlage jährlich 378 000 Hähnchen in Hillartshausen gemästet.

Mit dem Bau der Mastanlage wird in Kürze begonnen. „Die einzelnen Aufträge sind bereits an Firmen vergeben. Noch in diesem Jahr soll alles fertig sein“, teilt Weitz mit.

Von Mario Reymond

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