Statt eines Vergleichs gibt es bald ein Urteil

Badprozess: Ries gibt sich siegessicher

Heringen. Bürgermeister Hans Ries gibt sich siegessicher. Der von der Stadt geführte Schadensersatzprozess über 1,2 Millionen Euro in Sachen altes Hallenbad gegen ein Heringer Architekturbüro (wir berichteten mehrfach) könne nun gewonnen werden.

In unserer Ausgabe vom Samstag hatten wir in der Kolumne „Zwischen den Zeilen“ erwähnt, dass die Versicherung des Architekturbüros einem gerichtlichen Vergleichsvorschlag nicht zugestimmt hat.

Dieser Vergleich sah eine Zahlung der Architekten in Höhe von 375 000 Euro an die Stadt vor. Abzüglich sämtlicher Gerichts- und Gutachterkosten wäre laut Ries somit ein Nettogewinn zwischen 175 000 und 180 000 Euro für Heringen herausgekommen. Gewinnt die Stadt nun das Verfahren, weil das Gericht die Schuld beim Architekten sieht, falle der Nettogewinn deutlich höher aus, ist sich der Bürgermeister sicher.

Das Hallenbad war im Jahre 2007 aus Sicherheitsgründen geschlossen worden, weil die einige Jahre zuvor ausgeführte Sanierung nicht den versprochenen Erfolg geliefert hatte. Die Architekten hätten seinerzeit aber die problemlose Fortführung des Badbetriebs über mehr als zehn Jahre hinaus in Aussicht gestellt.

Verfahren wird fortgesetzt

„Die Absicht, der Empfehlung des Richters am Oberlandesgericht vom 11. Dezember 2012 zu folgen und dessen alten Vergleichsvorschlag vom Mai 2012 trotz der neuen Erkenntnisse aus der Befragung des gerichtlich bestellten Gutachters anzunehmen, sollte jetzt ein Entgegenkommen an das Architekturbüro sein, um die Auseinandersetzung zu beenden“, erklärt Ries. Das Verfahren wird nun vor dem Oberlandesgericht Frankfurt fortgesetzt. (rey)

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