Bürgermeister Hartung spricht von Skandal im Laugenstreit

Attacke gegen K+S

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Gerstungen/Kassel. Von einem Skandal im Laugenstreit schreibt Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung in einer Pressemitteilung. Darin greift er den Kasseler Düngemittelhersteller K+S scharf an.

So habe laut Hartung der Sondershäuser Salz- und Bergwerksspezialist K-UTEC AG, nachdem er nach jahrelangem Ringen zwei Salzabwasserproben von K+S erhalten habe, festgestellt, dass eine abstoßfreie Kaliproduktion sowohl bei Neuprojekten als auch bei bestehenden Produktionsanlagen durchaus mit positiven technischen und ökonomischen Kennziffern realisierbar sei. Der „Runde Tisch Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion“ habe daraufhin im September 2012 beschlossen, dass alle Salzabwässer durch K-UTEC in Bezug auf eine umweltgerechte Verwertung/Entsorgung untersucht werden sollten. „Wie jetzt bekannt wurde, ist dieser Forschungsauftrag nie an das Sondershäuser Unternehmen erteilt worden. Als Argument soll das Unternehmen K+S geäußert haben, dass die Machbarkeitsstudie auf Grund von Geldmangel nicht erteilt werden könne“, teilt Hartung mit.

Unhaltbarer Vorwurf

Diesen Vorwurf weist K+S-Pressesprecher Ulrich Göbel entschieden zurück. Danach habe die K-UTEC ihre Äußerungen zur abstoßfreien Kaliproduktion in einer aktuellen Veröffentlichung (Waterkant 1/13) selbst eingeschränkt. „In dem Beitrag heißt es: Eine pauschale Übertragung von Lösungswegen zur Vermeidung beziehungsweise Minimierung fester und flüssiger Produktionsrückstände in der Düngemittelindustrie auf andere Standorte und Rohstoffvorkommen ist jedoch nicht möglich. Es sind stets individuelle, an den Standort angepasste Lösungen zu erarbeiten. Für die Entscheidungsfindung sind diese bezüglich ihrer technisch-ökonomischen Machbarkeit zu prüfen“, teilt Göbel mit. Dies habe K+S mit dem in Umsetzung befindlichen 360 Millionen Euro-Paket zum Gewässerschutz, das auch der Runde Tisch nach intensiver Prüfung als einen zentralen Punkt in seine Empfehlung aufgenommen hat, getan.

„Der angestrebte Gutachtenauftrag ist bisher nicht erteilt worden, weil der von der Leitung des Runden Tisches formulierte Auftrag und das daraufhin von K-UTEC vorgelegte Angebot nicht in Übereinstimmung gebracht werden konnten. Das von K-UTEC angebotene Gutachten hatte einen sehr theoretischen Ansatz und ließ erst in einer zweiten, sehr aufwändigen Phase Aussagen erwarten, die für die Arbeit des Runden Tisches weiterführend sein könnten“, führt der K+S-Pressesprecher weiter aus.

Außerdem sei Hartung der Einladung zum Start des Millionenprojekts nicht gefolgt. Auch über den Fortgang der Bauarbeiten habe er sich bisher keinen Eindruck verschafft, merkt Göbel an. Das sagt...

Von Mario Reymond

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