Festsonntag lockte viele Besucher zum 650. Geburtstag des Ortes nach Landershausen

Alles fein rausgeputzt

Sehenswert: Ein Raum auf Gut Reinhard war extra zur Jubiläumsfeier von Landershausen als Museum hergerichtet worden.

Landershausen. Blickten die Organisatoren am Vormittag des Ländershäuser Festsonntags noch das eine oder andere Mal mit leichter Besorgnis zum wolkenverhangenen Himmel, so hatte der Wettergott schließlich doch ein Einsehen und die Landershäuser feierten ihr 650-jähriges Ortsjubiläum bei blauem Himmel und Sonnenschein.

Den Auftakt bildete der von Pfarrerin Marie-Therese Eckardt gestaltete Jubiläums-Gottesdienst in der Festscheune. Musikalisch unterstützt wurde sie dabei vom Posaunenchor Schenklengsfeld. In ihrer Predigt ging Pfarrerin Eckhardt im Rahmen der „Woche der Diakonie“ auf die Nächstenliebe ein. „In der Dorfgemeinschaft bedeute dies Nachbarschaftshilfe“, gab sie den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg und wünschte den Landershäusern und ihren Gästen einen guten Verlauf des Festsonntags.

Auf der Feststraße und in den einzelnen, liebevoll geschmückten Höfen hatte der Festausschuss ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Das Maislabyrinth hatte geöffnet und auf einer Wiesenfläche mitten im Dorf fand unter großem Publikumsinteresse ein Wettmähen statt, bei dem neben vielen anderen auch der amtierende Thüringenmeister Ronny Fuß antrat.

Ortsvorsteher Klaus-Otto Reinhard zeigte im Museum auf Gut Landershausen viele liebevoll präsentierte Gebrauchsgegenstände aus der „guten alten Zeit“, angesichts derer insbesondere die älteren Besucher ins Schwärmen und Erzählen gerieten.

Altes Fundstück

Besonders stolz präsentierte Reinhard eine bronzezeitliche Gussform, die er bei Fundamentarbeiten gefunden hatte. Fachleute vom Landesamt für Archäologie hätten das Fundstück auf etwa 1800 Jahre vor Christus datiert. „Damit sei Landershausen wohl eindeutig das älteste Dorf der Gemeinde Schenklengsfeld; da können sich die Unterweisenbörner mit ihren Urnen nur verstecken“, so der Ortsvorsteher mit leichtem Schmunzeln. Auf der Feststraße konnten historische Traktoren besichtigt werden, die Freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz führten ihre Einsatzfahrzeuge vor und es gab hausgemachtes „Eis vom Bauernhof“.

Ein ortsansässiger Bauernhof hatte seine Tore geöffnet und bot unter anderem einen Einblick in die dort installierte Biogasanlage. An kleinen Ständen gab es neben Schmuck von Kunsthandwerkern auch Honig oder Kürbismarmelade aus heimischer Herstellung sowie Wurst aus der Hausgeschlachtung zu erwerben.

Vor jedem Hof wurde auf einer Info-Tafel eine alte Fotografie des Gebäudes sowie ein kurzer Abriss über die jeweilige Haus-Chronik gezeigt. Für die kleinen Gäste gab es unter anderem eine Hüpfburg, Bogenschießen und Ponyreiten. Einer der Höhepunkte des Tages war sicherlich der Auftritt der Bergmannskapelle Hattorf, die in der restlos gefüllten Festscheune zur Kaffeezeit aufspielte.

Zwei Jubiläen im Jahr 2015

Für die Schenklengsfelder stehen im Jubiläumsjahr bis zur abschließenden Silvester-Party noch einige weitere Veranstaltungen auf der Agenda. Nächstes Jahr feiern dann die Schenklengsfelder Ortsteile Malkomes das 675. und Dinkelrode das 775. Jahr ihres Bestehens.

Von Thomas Landsiedel

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