Das Klär-System der Stadt Heringen wird Zug um Zug für 4,85 Millionen Euro saniert

Alles eine Nummer kleiner

Es geht los: Gestern Morgen wurde der 2. Bauabschnitt zur Sanierung der Heringer Kläranlage freigegeben. Rechts im Bild der Leiter der Kläranlage, Michael Helke. Links daneben Bürgermeister Hans Ries. Foto: Reymond

Heringen. Die in die Jahre gekommene Kläranlage in Heringen wird saniert und modernisiert. Gestern fand der offizielle Start für diesen zweiten Bauabschnitt statt. Die Kosten belaufen sich nach den Worten von Bürgermeister Hans Ries auf 1,1 Millionen Euro.

Der erste Bauabschnitt ist seit Dezember vergangenen Jahres abgeschlossen. Dabei wurde für 1 Million Euro eine Klärschlamm-Vererdungsanlage errichtet (wir berichteten).

Mit der jetzt begonnenen zweiten Phase soll die fast 30 Jahre alte Kläranlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Außerdem wird die seinerzeit überdimensionierte Anlage den aktuellen Gegebenheiten angepasst. In den Jahren 1983 und 1984, als die ursprüngliche Kläranlage errichtet wurde, war sie auf 12 000 Einwohnerwerte ausgerichtet. Die Größe der neuen Anlage orientiert sich aber nur noch an 7000 Einwohnerwerten.

Zu groß dimensioniert

„Damals wurde einfach zu groß gebaut. Die demografische Entwicklung zeigt aber deutlich auf, dass hier in Heringen die von uns angedachte neue Größenordnung vollkommen ausreichend ist“, sagt Ries. In der neuen Kläranlage sollen nach der Fertigstellung im Oktober jährlich bis zu 1,15 Millionen Kubikmeter Abwasser behandelt werden.

Bis dahin werden das Zulaufpumpwerk auf den neuesten Stand gebracht, die Rechenanlage erneuert sowie die Rechengutwäsche und die Sandwäsche neu angeordnet. Letztere werden frostsicher in einem Gebäude installiert. Die Arbeiten werden von der Firma WTS aus Sünna ausgeführt. Deren Chef, Wilhelm Hausknecht, versprach eine ordenliche und zügige Bauausführung.

Im Anschluss an diesen zweiten Bauabschnitt werden noch drei weitere folgen. So werden beispielsweise auch 200 000 Euro in die Verbesserung der Kläranlage im Stadtteil Herfa gesteckt. Bis zum jahre 2015 wird die Stadt Heringen 4,85 Millionen Euro in die Sanierung ihres Klär-Systems gesteckt haben.

Noch viel zu tun

Ausgebessert werden müssen in den Bauabschnitten drei und vier auch noch Leitungen und Becken auf dem Gelände der Kläranlage in Heringen. Kosten: rund 2,55 Millionen Euro. Diese immensen Summen bezeichnete der Bürgermeister als notwendig. Denn gerade ein ordentliches Leitungssystem sei unverzichtbar. „Undichte Rohre sorgen nämlich nicht nur dafür, dass Flüssigkeit austreten kann. Nein, es besteht auch die Gefahr, dass beispielsweise Grundwasser eintritt“, erklärte Ries. Und diese zusätzlichen – nicht einkalkulierten –Wassermengen müssten dann ebenfalls von der Kläranlage bewältigt werden.

Von Mario Reymond

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