Pfarrer Hannes Georg aus Friedwald wurde in den Ruhestand verabschiedet

Alle kamen, weil einer ging

Unser Bild zeigt Pfarrer Hannes Georg (rechts), wie er an Epiphanias in der vollen Friedewalder Kirche während des Abschiedsgottesdienstes eine kleine Skulptur mit dem Titel „Freude“ von Pfarrer Volker Drewes, dem stellvertretenden Dekan des Kirchenkreises, als Abschiedsgeschenk erhält. Dies als ein Symbol für die gelebte Freude im Amt, aber auch für die zu erwartende Freude im Ruhestand. Foto: Milbrandt

Friedewald. Der Termin für den Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Hannes Georg war gut gewählt worden. Epiphanias, der Erscheinungstag des Herrn am historischen Weihnachtsdatum. „Auf oben zeige ich“, das war die Berufung von Hannes Georg. Und die schien ihm schon in die Wiege gelegt worden zu sein, entstammt er doch einer langen Reihe von evangelischen Pfarrern aus Siebenbürgen.

Schon sein Ur-Großvater war Pfarrer und es muss Hannes Georg ungemein geschmerzt haben, als er nach der Familienzusammenführung in den 1980er Jahren seinen Beruf in Deutschland zunächst nicht ausüben durfte. Er absolvierte eine weitere Ausbildung zum Therapeuten und arbeitete in der Suchtberatung, bis er nach vier Jahren ehrenamtlicher Pfarrtätigkeit im Jahre 1998 endlich eine feste Pfarrstelle in Friedewald bekam. Und die hat er gut ausgefüllt.

Ein heller Stern leuchtet

Ein heller Stern leuchtet im Altarraum. Er hinterlässt Spuren. Die Verbreitung der Hoffnung durch den Glauben, das war stets das Thema von Hannes Georg, das strahlende Licht sein Symbol dafür. Die Hoffnung Christi versuchte er schon den jüngsten Gemeindemitgliedern zu vermitteln und sprach mit seiner offenen Art alle Altersgruppen an.

Stets versuchte er in seinen Predigten die Menschen im Sitz ihres Lebens abzuholen. Und dies scheint ihm gut gelungen zu sein, wie der Zuspruch in der voll besetzten Friedewälder Kirche erahnen ließ. Alle waren zugegen, die Kirchenvorstände, die Chöre des Kirchspiels sowie die Vertreter der politischen Gremien und der Vereine. Alle überbrachten ihre Grußworte und Abschiedsgeschenke.

Pröpstin Sabine Kropf-Brandau vom Sprengel Hersfeld zeigte sich sehr zufrieden mit dem Einsatz und der für das Amt gezeigten Leidenschaft von Hannes Georg, besonders auch für die Initiative zur Umgestaltung des Kirchspiels Friedewalds zur neuen Gemeinde am Dreienberg. Sie bat nochmals um Entschuldigung für die kirchenbedingten Schwierigkeiten während seiner Anfangszeit.

Leidenschaft für den Glauben gezeigt hat er, mit den Menschen gelitten und gefeiert, das war sein Leben in Friedewald. Dankbar zeigte sich Hannes Georg für den Einsatz der vielen ehrenamtlich tätigen Gemeindeglieder, für die Arbeit der Organisten, Küster und Kantoren, ohne die seine Arbeit so nicht möglich gewesen wäre.

Der „Georgsche Hauschor“

„Ein schöner Tag“, auf dem Dudelsack intoniert, kommentierte den Abschiedstag der zuvor mit dem „Ruf nach Frieden“ begann. „This little light of mine“ erklang strahlend, bis „Die Glocken von Harlem“ musikalisch in den „Irischen Segen“ und die Orgel mit Cello-Begleitung in den Nachmittag überleitete. „Einfach spitze, dass Du da bist“, bescheinigten lautstark die Kinder der Kinderkirche und der „Georgsche Hauschor“ schlug einen weiten musikalischen Bogen zu den Ursprüngen der Familie Georg. Verständnis, Hoffnung, Zufriedenheit aber auch Wehmut machte sich breit an diesem Tag des Übergangs in einen neuen Lebensabschnitt.

Von Jörg Milbrandt

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