Dorferneuerung: Planer wollen sich mit Kindern über deren Spielorte austauschen

Alle ab fünf bestimmen mit

Schenklengsfeld. 9000 Euro investiert die Gemeinde Schenklengsfeld in eine Spielleitplanung für die Ortsteile Konrode, Oberlengsfeld und Schenklengsfeld sowie in die Erarbeitung eines Kulturpfades. Die Projekte gehören zum Dorferneuerungsprogramm, dem diese drei Orte angehören. Beauftragt mit der Erarbeitung der Spielleitplanung hat die Gemeinde das Planungsbüro Klimpt&Teichmann aus Wildeck.

Die Spielleitplanung ist ein neues Instrument, das den Gemeinden und Städten ermöglicht, auf dem Weg zu mehr Kinderfreundlichkeit, kind- und jugendgerechte Planungen zu einem Schwerpunkt ihrer Kommunalpolitik zu machen. Die Anwendung der Spielleitplanung gewährleistet, dass bei allen Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsschritten im Gemeindegebiet die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden.

15 Uhr: Treffpunkt altes Kino

In Konrode hat es ein solches Informationstreffen mit Kindern und Jugendlichen bereits gegeben. In Schenklengsfeld treffen sich am Montag, 18. Juni, um 15 Uhr vor dem alten Kino Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren, um mit den Planern die Plätze aufzusuchen, auf denen sie ihre Freizeit verbringen. Ab 17.15 Uhr sind dann die 11- bis 18-Jährigen an der Reihe. In Oberlengsfeld finden diese Treffen am Mittwoch, 27. Juni, zur gleichen Zeit statt. Treffpunkt für die beiden Altersgruppen ist dort das Dorfheim.

Kinder und Jugendliche brauchen Spielräume – draußen, im Freien, in der Natur. Damit sind nicht einfach nur Spielplätze gemeint, sondern sämtliche Freiflächen im Wohnumfeld. Sie sollen leicht und gefahrlos zu erreichen sein. Sie sollen zum Spielen und Erleben einladen. „Man weiß inzwischen, dass Kinder und Jugendliche, die ohne geeignete Spielräume im Freien aufwachsen, Defizite in ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung aufzeigen“, erklärt Martina Kircher vom Bauamt der Gemeinde Schenklengsfeld.

Die Spielleitplanung richtet den Blick auf alle drei Ortsteile als Spiel-, Erlebnis- und Erfahrungsraum. Auf ihre Spieltauglichkeit untersucht werden Brachen, Siedlungsränder, Baulücken, Grünanlagen, Straßen, Hauseingänge oder Plätze. Auch der Schulhof der Gesamtschule soll in das Konzept miteinbezogen werden.

Doch nicht nur die Kinder- und Jugendlichen sollen durch die Spielleitplanung erfasst werden. Vielmehr sollen die künftigen Spielstätten zu einem Treffpunkt für alle werden. „Wir wollen auf Spielplätzen auch Geräte für Erwachsene installieren und aus ihnen sogenannte Generationengärten machen“, führt Kircher weiter aus.

Die Auswertung der einzelnen Vorschläge soll noch in diesem Jahr geschehen. „Dann müssen die politischen Gremien das Geld für die Projekte bereitstellen“, erklärt Kircher. Dann soll auch das Konzept für den Kulturpfad stehen, der sicherlich die Linde, den jüdischen und den historischen Friedhof, das Rathaus, die Burgruine auf dem Landecker und einiges mehr umfassen dürfte.

Von Mario Reymond

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