SPD-Gesundheitspolitikerin Müller wagt Ausblick

Ärzteversorgung auf dem Land

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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller sprach in Friedewald zum Thema Ärzteversorgung auf dem Lande. Mit ihr auf dem Foto, von links, Friedewalds Altbürgermeister Werner Schäfer, sein aktueller Nachfolger Dirk Noll und SPD-Unterbezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke nach der Veranstaltung.

Friedewald. Wie soll es weitergehen mit der ärztlichen Versorgung in unseren Dörfern? Hierzu sprach auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD Hersfeld-Rotenburg die Bundestagsabgeordnete und Gesundheitspolitikerin Bettina Müller (SPD) in Friedewald.

Die Schere zwischen überversorgten Ballungsräumen und unterversorgten ländlichen Gebieten wachse. Das bestätige auch der Sachverständigenrat. Bei der Versorgungsplanung, also bei der Frage, wie viele Ärzte es auf dem Land gibt, sei in den vergangenen Jahren vieles schlecht gelaufen, meinte die Gesundheitspolitikerin.

„Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben einen Sicherstellungsauftrag. Das steht im Gesetz. Sie haben eine Verantwortung in der Daseinsfürsorge. Aber der sind sie zum Teil sehr schlecht nachgekommen“, kritisierte Müller. Aus ihrer Sicht war bereits vor Jahren absehbar, dass es bei der Ärzteversorgung auf dem Land Probleme geben werde, „aber es ist nichts passiert.“ Dabei sei es schon lange möglich, in überversorgten Gebieten frei werdende Arztsitze aufzukaufen, und in unterversorgte zu verlegen. „Doch das ist in fünf Jahren exakt einmal geschehen.“

Zudem hat der Deutsche Bundestag im Juni das Versorgungsstärkungsgesetz verabschiedet. Drin ist, was drauf steht: Die Stärkung der ärztlichen Versorgung, gerade auf dem Land. Hierfür haben die Gesundheitspolitiker auf flexible Modelle gesetzt. So wurden Medizinische Versorgungs-Zentren (MVZ) ins Gesetz aufgenommen. „Damit ist es möglich, dass sich mehrere Mediziner einen Arztsitz teilen“, erläuterte Bettina Müller. Und wo es gar nicht anders geh, müssten die Kliniken die ambulante Versorgung mit übernehmen.

Den kleinen, kommunalen Krankenhäusern komme damit künftig eine noch größere Bedeutung zu. Deshalb würden sie Sicherstellungszuschläge erhalten. Denn die Grundversorgung im ländlichen Raum müsse garantiert sein: „Hier brauchen wir Flächendeckung.“ Neu ist auch, dass die Gemeinden zukünftig Hausärzte einstellen können, wie die Abgeordnete ausführte. „Aber das ist eine Luxuslösung. Die meisten Kommunen können es sich nicht leisten.“ (red/rey)

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