13. Rettungsdienstsymposium in Hohenroda

Ältere Patienten rufen den Notarzt

Oberbreitzbach. Unter dem Tagungstitel „Auf neuen Wegen! Rettungsdienst und das Machbare“, trafen sich Donnerstag und Freitag 500 Fachleute aus ganz Deutschland in Hohenroda zum 13. Rettungsdienssymposium des DRK-Landesverbands Hessen. Dank dieses jährlichen Symposiums können auch „dicke Bretter gebohrt werden“, erklärte DRK-Landesleiter Rettungsdienst Manfred Stein.

Nicht nur die Fachvorträge schafften ein wirksames Problembewusstsein in der Politik und bei den Entscheidungsträgern. Es sei auch der gern genutzte intensive Austausch unter den Gästen, der Lösungsansätze und neue Wege aufzeige. Damit entwickelte sich seit über einem Jahrzehnt eine Meinungsschmiede des Rettungsdienstes in Hessen und Deutschland.

DRK-Bundesarzt Prof. Dr. Peter Sefrin warnte vor dem drohenden dramatischen Fachärztemangel, der sich auch auf die Zahl der Notärzte niederschlagen werde.

Er erläuterte in seinem Vortrag auch das steigende Notfallaufkommen aufgrund nicht besetzter Arztpraxen auf dem Land. Der Hausärztemangel steige dramatisch, die Wegezeiten vom Patient zum Hausarzt werden immer länger und die Ärzteverteilung verschärft diese Negativentwicklung. Durch den demographischen Wandel gebe es immer mehr ältere Patienten, die teils auch bei leichten Beeinträchtigungen den Notarzt rufen, weil es nicht genug ärztliche Alternativen in der Nähe gibt. Zudem erfordert die Identifikation der Dringlichkeit von Notrufen ein qualifiziertes Personal in den Leitstellen.

Den Ansatz des Rettungsdienstes in Taiwan stellte Prof. Dr. Matthew Huei-Ming Ma von der nationalen Universitätsklinik in Taipei vor. Ein großes Erdbeben 1999 und die SARS Epidemie 2003 seien der Anlass für den Aufbau eines zentralen landesweiten Rettungsdienstsystems gewesen. Dank der landesweiten Positionierung von Defibrillatoren im öffentlichen Raum und einer flächendeckenden Schulung konnte die Überlebensrate bei akuten Herzattacken um das Sechsfache gesteigert werden. Große finanzielle Unterstützung erfährt der Rettungsdienst in Taiwan auch von den örtlichen religiösen Tempeln.

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Arbeitszeiten im Rettungsdienst unter dem Thema „38,5 oder 48 Stunden – was ist genug?“ beleuchtet.

Ein weiterer Themenblock widmete sich am ersten Tag dem Notfallsanitätergesetz, das am 1. Januar 2014 in Kraft treten wird.

Gestern ginge es noch um Qualitätssicherungsinstrumente und Zukunftsprojekte im Rettungsdienst. (red/rey)

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