Christoph Rode verlässt nach über 14 Jahren als Pfarrer das Kirchspiel Heimboldshausen

Abschied mit Wehmut

Nimmt Abschied von der Heimboldshäuser Kirche: Pfarrer Christoph Rode wird künftig als Springer die Pfarrer im Kirchenkreis Hersfeld vertreten. Foto: Eisenberg

Heimboldshausen. „Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand, so wird er deine Pfade ebnen.“ Mit diesem Bibelzitat hat Pfarrer Christoph Rode sich in einem Gottesdienst am Neujahrstag von den Kirchengemeinden Heimboldshausen und Gethsemane verabschiedet. Dass es ihm schwerfällt, dem Kirchspiel nach 14 Jahren den Rücken zu kehren, verhehlt er nicht: „Heimboldshausen ist für uns Heimat geworden“, betont er. Doch Gemeindepfarrer zu sein, bedeute auch, „einen 48-Stunden-Arbeitstag zu haben – obwohl der Tag nur 24 Stunden hat“, scherzt der 47-Jährige.

Sein Wechsel biete überschaubarere und vor allem planbarere Arbeitszeiten. So könne er seiner Frau, die an Multipler Sklerose (MS) erkrankt und seit einiger Zeit pflegebedürftig ist, mehr Zeit widmen. Vom Dekanat wird Rode künftig im gesamten Kirchenkreis Hersfeld für Vertretungsdienste eingesetzt, wenn Kollegen erkrankt oder auf Fortbildungen sind.

„Mein Glaube trägt mich“, sagt Christoph Rode, auch mit Blick auf die neue Aufgabe. „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ – dieser flapsige Spruch hat sich in seinem Leben oft bewahrheitet. So wollte Rode eigentlich Geschichtsprofessor werden.

Oft kam es anders

„Vor meinem Amtsantritt im Mai 2000 hat der Prälat zu mir gesagt, dass ich in Heimboldshausen mit Bauarbeiten erstmal nichts zu tun haben werde“, erinnert sich der Pfarrer. Noch am Tag seines Einzuges eröffnete ihm der Schornsteinfeger, dass die Heizung im Pfarrhaus ausgetauscht werden müsse – nur der Auftakt für umfangreiche Sanierungen.

Es folgten marode Balken in der Kirche von Gethsemane, die Erneuerung des Kirchendaches in Heimboldshausen und die Renovierung des Martin-Luther-Hauses.

Gerne erinnert Rode sich an besondere Ereignisse: Jahrfeiern in fast allen fünf Dörfern des Kirchspiels, Kirchenfeste, Gemeindefahrten und besondere Gottesdienste. „Kirche findet nicht im luftleeren Raum statt, es geht immer um den Menschen“, betont der Pfarrer. Deshalb hat Rode die Gottesdienste häufig aus den Kirchenmauern hinausverlagert – ins Grüne, ins Kirmeszelt oder zum VfL auf den Sportplatz – und auch die Vereine in den jeweiligen Orten eingebunden.

Auf Wohnungssuche

Dabei habe er festgestellt, dass die Menschen der Kirche nicht abgeneigt seien. „In unserem stressigen Alltag fehlen nur die Berührungspunkte.“

Noch wohnt die Familie Rode im Heimboldshäuser Pfarrhaus, sucht derzeit nach einer Wohnung oder einem Haus zur Miete – möglichst im Einzugsgebiet der Heringer Werratalschule, wo die jüngere Tochter ihr Abitur machen will. Das Kirchspiel Heimboldshausen wird derzeit von Pfarrer Jakob Albrecht, der in Bad Hersfeld lebt, betreut. Voraussichtlich im Sommer wird der Bischof dann Rodes Nachfolger benennen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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