Zweitjüngste Lektorin der Landeskirche startet in Breitenbach

Annelie Rink

Breitenbach. Annelie Rink ist erst 22 Jahre alt und übt schon jetzt ein wichtiges Ehrenamt aus: Sie ist die zweitjüngste von etwa 900 Lektoren der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). An Pfingsten wurde sie in der Evangelischen Kirchengemeinde Breitenbach in ihr Amt eingeführt.

Am Sonntag, 22. Juni, hält sie ab 9.30 Uhr ihren ersten Gottesdienst in der Breitenbacher Kirche. Ihre Entscheidung für das Ehrenamt fiel im vergangenen Jahr: "Ich wollte mich stärker in die Gemeinde einbringen", berichtet Annelie Rink. Der Vorschlag von Pfarrer Axel Nolte, Lektorin zu werden, stieß bei ihr auf offene Ohren. "Während meiner Studienzeit in Marburg habe ich Gottesdienste mitgestaltet. Das hat mir viel Spaß gemacht", sagt die 22-Jährige. Die Ausbildung dauerte acht Monate. Von Freitag- bis Samstagabend lernte Annelie Rink mit einer 14-köpfigen Gruppe, was Lektoren wissen müssen: Einführung in das Alte und Neue Testament, Liederkunde, Liturgie, Auftreten im Gottesdienst und der Umgang mit der vorgegebenen Predigt, die der Lektor nicht ablesen, sondern sich aneignen soll. In der Praxis bedeutet das, die Predigt auf die persönliche Situation und die der Gemeinde abzustimmen oder zu aktualisieren. Zum Abschluss der Ausbildung findet ein Gottesdienst statt, der in einer fremden Gemeinde gehalten werden muss. Annelie Rinks Gottesdienst fand in Iba statt. Es sei anfangs schon sehr aufregend gewesen, vor der Gemeinde zu stehen, erinnert sie sich. Aber als es dann lief, sei sie ruhig geworden.

"Gottesdienst zu halten ist doch etwas anderes als ein Referat an der Uni." "Es ist sehr selten, dass schon so junge Menschen Lektoren werden möchten", betont Susanne Stoklasa aus Altmorschen. Sie ist Mitarbeiterin des Referats für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der EKKW und mit Uwe Degenhardt für die Ausbildung der Lektoren verantwortlich. Für Annelie Rink ist sie voll des Lobes, bezeichnet sie als sehr geeignet für das Amt. Außerdem gefällt ihr die freundliche, engagierte und einfühlsame Art, die die 22-Jährige während der Ausbildung im Umgang mit ihren Kollegen gezeigt habe. Auch Pfarrer Axel Nolte ist froh, dass es nun eine so junge Lektorin in der Gemeinde gibt auch als Hoffnungsträger für die ältere Generation, dass es weitergehe. Lektoren setzten ein sehr wichtiges Zeichen nach außen. "Nicht nur der Pfarrer, sondern auch andere Menschen können Gottesdienste halten, Menschen, die im Leben stehen und neben ihrem Dienst für die Kirche anderen Berufen und Interessen nachgehen." Annelie Rink will erst einmal in ihr Amt hineinwachsen, Erfahrungen sammeln und später darüber nachdenken, ob für sie auch noch die Ausbildung zur Prädikantin infrage kommt. Beruflich möchte sie nach ihrem Studium mit Flüchtlingen arbeiten. Ehrenamtlich macht sie das schon jetzt.

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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