Lokführer-Gewerkschaft glaubt nicht an neue Schnellbahnstrecke durch den Kurpark

Zweifel am Trassenausbau

Nur selten rollt derzeit mal ein Güterzug auf dem einspurigen Gleis durch den Kurpark. Foto: Steven Kunz/nh

Bad Hersfeld. Eine Versachlichung der Diskussion um einen möglichen Ausbau der Bahnstrecke von Niederaula nach Bebra hat die Jugendorganisation der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gefordert. Sie reagiert damit auf Berichte der Freien Wähler (FWG), die seit geraumer Zeit vor einem vier-spurigen Ausbau der Bahnstrecke, die unter anderem durch den Bad Hersfelder Kurpark verläuft, warnen.

Zwar habe der Ausbau der Strecke im Bundesverkehrswegeplan einen positiven Nutzen bescheinigt bekommen. Dass diese Strecke allerdings bald umgesetzt wird, halten die Gewerkschafter aber für unwahrscheinlich.

Ausbau, wo erforderlich

Der Vorsitzende der GDL-Ortsgruppe Bebra, Thomas Mühlhausen, hatte vor Kurzem erklärt, dass der Ausbau dort, wo es erforderlich und sinnvoll ist, auch umgesetzt werden müsse. Ob dies allerdings auf die Strecke Niederaula-Bad Hersfeld zutreffe, bezweifeln Ralf Tann und Patrick Rehn von der GDL-Ortsjugend Bebra. Beide sind selbst Lokführer und kennen daher die Örtlichkeiten. Die derzeitige Gleisgeometrie im Bereich Bad Hersfeld gebe keinen Spielraum für ein solches Projekt, da die ICE-Züge vor der Einfahrt in den Bahnhof Bad Hersfeld ihre Geschwindigkeit stark reduzieren müssten. Notwendig wäre zudem ein größeres Brücken- oder Dammprojekt bei Niederaula, um die Strecke überhaupt entsprechend zu ertüchtigen.

Weniger Steigungen

„Die bestehende Verbindung von Bad Hersfeld durch das Haunetal und Hünfeld nach Fulda ist für Güterzüge wesentlich einfacher zu bewältigen“, da sie weniger Steigungen und Gefälle habe, schreiben Tann und Rehn in einer Pressemeldung. Auch die zeitlichen Vorteile einer neuen Bahnverbindung durch das Fuldatal bezweifeln die Fachleute, zumal dafür umfangreiche und komplizierte Trassenveränderungen nötig wären.

Stattdessen plädieren die Gewerkschafter für einen Ausbau der Bahnstrecke durch das Haunetal. „In Bereichen von Städten, Dörfern oder Siedlungen sollten, so weit sinnvoll und machbar, Lärmschutzwände wie beispielsweise im Bereich Burghaun oder Cornberg errichtet werden.“ Zudem fordern die Lokführer eine Ausstattung der Strecke mit mehr Signalen, um so eine höhere Zugdichte zu ermöglichen.

Um den Betrieb flüssig zu halten sollten die Ein- und Ausfahrten in den Bahnhöfen auf 80 Stundenkilometer ertüchtigt werden, um den ICE-Zügen, die dann weiter auf dieser Strecke unterwegs wären, das Überholen zu ermöglichen. (red/kai)

Quelle: HNA

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