Briefkästen bleiben leer

Zusteller krank - Seit über einer Woche kaum Post im Raum Rotenburg/Alheim

Seit einer Woche leer: Heike Landeck aus Rotenburg bekommt wie viele andere Menschen keine Briefpost mehr. Foto:  Meyer

Rotenburg/Alheim. Alle warten auf Post. Aber die kommt seit etwa acht Tagen nicht oder nur selten im Raum Rotenburg/Alheim. Der Frust ist groß bei den Kunden. Grund ist nach Angaben der Post ein hoher Krankenstand.

Heike Landeck aus Rotenburg ist stinksauer: Die Geschäftsfrau hat seit Donnerstag vergangener Woche keine Post mehr bekommen. Und wie ihr geht es vielen Menschen in Rotenburg und Alheim: Die Briefkästen bleiben leer, auch wichtige Post wird nicht zugestellt.

Briefe vom Finanzamt und vom Steuerberater waren Heike Landeck angekündigt worden, eingetroffen ist nach ihrer Schilderung jedoch nichts. Anrufe bei der Hotline der Post blieben folgenlos, einmal musste sie sich sogar von der Mitarbeiterin beleidigen lassen. „Die kennen die Probleme ganz genau“, ist sich Heike Landeck sicher. "Aber da tut sich nichts. An der korrekten Arbeit hängen Existenzen. Das kümmert die gar nicht“, empört sich die Frau, die mit einem Partner einen Holzrückbetrieb führt.

Heike Landeck ist sogar schon zweimal zur Postzentrale am Bahnhof gefahren, um sich Briefe selbst abzuholen - erfolglos: Einmal war niemand dort, der auf ihre Rufe reagierte, einmal sei sie sogar von zwei offenbar stressgeplagten Zustellern aufgefordert worden, sich zu beschweren.

Es sei übrigens nicht das erste Mal, dass sie tagelang keine Post bekommen habe. „Und dann kommt alles auf einen Schlag. Dann wird die ganze Post, auch die Zeitungen, in den Briefkasten gewürgt, sodass man sie bügeln muss, um sie lesen zu können“. Ein kleiner Kabelbaum im Wert von 300 Euro sei ihr in einem Schutzumschlag zugestellt worden. Der überstand die massive Einwerfaktion nicht.

Auch Lispenhausens Ortsvorsteher Manfred Knoch berichtet, dass seit einer Woche keine Post mehr im Ort ausgetragen wird. „Es ist ein Unding, dass so ein großer Stadtteil nicht beliefert wird“, sagt er. Wichtige Briefpost bleibe einfach liegen. Die Post müsse aber die Grundversorgung leisten - besonders älteren Bürgern gegenüber, die nicht über E-Mail kommunizierten. „Ich kann nicht verstehen, dass die Post nicht in ausreichender Zahl qualifiziertes Personal einsetzt.“ Wie auch Heike Landeck erinnert er an gestiegene Portokosten - bei schlechterer Leistung.

Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke berichtet, dass im gesamten Gemeindegebiet Post gar nicht oder nur schleppend ausgetragen werde. Er hat sich bei der Deutschen Post in Bonn beschwert. Lüdtke: „Die Postreiter früher waren schneller“.

Dass bei der Post der Wurm drin ist, merkt man auch an den Reaktionen in sozialen Netzwerken: Binnen kürzester Zeit hatten sich jede Menge HNA-Leser aus der Region auf unserer Facebook-Seite gemeldet und unter anderem berichtet, dass seit 2. September keine Post geliefert wurde.

Was die Post zu der Situation sagt, lesen Sie in unserer gedruckten Donnerstagsausgabe. 

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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