Zukunftswerkstatt Ronshausen

Zukunftswerkstatt Ronshausen: Riemenschneider will nicht mehr Leiter sein

Irmfried Riemenschneider

Ronshausen. Der Leiter der ehrenamtlich gestalteten Zukunftswerkstatt Ronshausen, Irmfried Riemenschneider, hat sein Amt niedergelegt. Er ist verärgert über den Gemeindevorstand und spricht von zu viel Arbeit. Auch Geld spielt eine Rolle.

Öffentlich bekannt wurde Riemenschneiders Entscheidung im Rahmen der Haushaltsdebatte des Ronshäuser Parlaments am Donnerstag. Er hatte vom Gemeindevorstand eine Aufwandsentschädigung für sein Ehrenamt gefordert. Der Gemeindevorstand hatte die Zahlung abgelehnt, bestätigte Bürgermeister Markus Becker auf Anfrage.

Aber nicht die Ablehnung an sich, sondern der Umgang mit seiner Anfrage hatte Riemenschneider verärgert, wie er am Freitag gegenüber der HNA erklärte. Der Bürgermeister sagte gegenüber der HNA. „Wo sollen wir mit der Bezahlung des Ehrenamts anfangen? Was mache ich mit dem, der ehrenamtlich den Rasen auf Spielplätzen mäht und nicht mal Spritgeld will? Was mit den Leitern der Arbeitsgruppen der Zukunftwerkstatt, die sich ebenfalls für ihre Gemeinde einsetzen?“

Der Verwaltungschef erklärte weiter, in der nächsten Woche werde ein Treffen der Arbeitsgruppenleiter stattfinden, dann werde die Arbeit in der Zukunftswerkstatt umorganisiert und fortgesetzt.

Imfried Riemenschenider selbst bestätigte am Freitag, dass er eine „Prüfanfrage“ an den Gemeindevorstand gestellt habe, ob ihm eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden könne. Das sei jedoch schon im Oktober vergangenen Jahres geschehen. Seither habe er keine offizielle Antwort erhalten.

Zwischenzeitlich sei das Thema zwischen ihm und dem Bürgermeister kurz zur Sprache gekommen: Zunächst habe Becker Zustimmung zur Zahlung signalisiert, später habe er ihm, Riemenschneider, gesagt, dass es doch schwierig werde mit Zahlung.

Der Bürgermeister bestätigte, dass es kurze Gespräche diesen Inhalts gegeben habe. „Der Gemeindevorstand hat es sich nicht leicht gemacht. Dazu gibt es drei Beschlüsse. Zunächst war man der Meinung, dass Riemenschneider eine Entscheidung zustehe, dann habe man rechtlich geprüft, sich am Ende gegen eine Zahlung entschieden - im Sinne der Gleichbehandlung der Ehrenamtlichen.

Vor wenigen Wochen hatte Riemenschneider per E-Mail an seine Mitstreiter seinen Rückzug aus der ersten Reihe der Zukunftswerkstatt angekündigt. Zuvor habe er jedoch den Bürgermeister darüber informiert. Da sei die Aufwandsentschädigung kein Thema gewesen.

Becker sagt jedoch, er habe dabei erklärt, warum die Gemeinde nicht für ehrenamtliche Arbeit zahlen kann. Er bestätigte aber auch, dass es seitens des Gemeindevorstandes keine schriftliche Antwort an Riemenschneider gegeben habe.

Ums Geld, darauf legt Riemenschneider Wert, sei es ihm bei seinem Rückzug nicht primär gegangen. Er habe sich geärgert, dass er keine Antwort bekommen habe, räumt er ein. Hinzu komme, dass die mit der Zukunftswerkstatt verbundene Arbeit für ihn inzwischen weit über die in einem Ehrenamt übliche hinausgehe. Dies könne er nicht weiter in diesem Ausmaß leisten. Er will allerdings weiter in der Zukunftswerkstatt mitarbeiten.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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