Umweltbildungszentrum Licherode erhielt Preis für Idee der Seniortrainer

Licherode. Auch ein Sturm aus Komplimenten, Lob und Anerkennung lockt Wolfgang Ellenberger nicht aus der Reserve. Dabei ist sein mürrischer Gesichtsausdruck, der sich so leicht als Resignation missdeuten lässt, nur dazu da, den Optimismus zu kaschieren, mit dem er an einer besseren Welt arbeitet.

Die Initiative „Deutschland - Land der Ideen“ hat ein Projekt ausgezeichnet, das maßgeblich Wolfgang Ellenberger am Umweltbildungszentrum in Licherode verwirklicht hat. Rückblick: 2001 entwickelten Biologielehrer Wolfgang Ellenberger sowie Klaus Adamaschek, Johannes Lutz und Lena Heilmann vom ökologischen Schullandheim in Licherode die Idee, für die Bildung von Kindern und Jugendlichen ein Potenzial auszuschöpfen, das vorher brach lag: die Senioren.

Warum nicht sogenannte „Seniortrainer“ für den Einsatz in Schulen und Kindergärten ausbilden? Der zweite Teil der Idee war der: Die Arbeit der Seniortrainer sollte darauf zielen, in den Kindern ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebensweise zu erzeugen - „Zukunftsfähigkeit“ nennt Ellenberger das.

Basteln mit Müll

Knapp 100 Seniorentrainer aus mehreren Landkreisen sind seither am Umweltbildungszentrum ausgebildet worden. Sie bieten AGs an Schulen und in Kindergärten an, pflanzen und ernten dort Kartoffeln, experimentieren mit Wasser, stellen Kunstwerke her, basteln mit Müll, führen Kinder in den Wald oder an einen Bienenstock.

Die Ausbildung zum Seniortrainer dauert etwa ein halbes Jahr und umfasst 75 Unterrichtsstunden. Dabei führt Ellenberger die angehenden Trainer zunächst an die Jugend von heute heran. Seit die nämlich jung waren, hat sich viel verändert: die Medienwelt, das Konsumverhalten, Formen von Familienleben.

Alles, was später die Kinder lernen sollen, erklärt Ellenberger, sollen zunächst die Seniortrainer lernen. Die Kinder sollen „beobachten, genau hingucken, Erfahrungen machen“, so Ellenberger. Über den wichtigen Rohstoff Wasser wird nicht nur gesprochen. Wasser wird berührt, angesehen, bestaunt - wie es regnet, wie es verdunstet, wie es fließt.

Sack voller Lebenserfahrung

Die Seniortrainer wiederum bringen ihre Lebenserfahrung ein. Jeder blickt auf ein anderes Leben mit unterschiedlichen Berufen zurück. Und, das hat Ellenberger festgestellt: Die Senioren hätten, im Gegensatz zu den Jungen, eine große Gelassenheit.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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