Züge mussten vor Bebra warten: Bahn droht Zwangsgeld

Bebra. Nun droht der Bahn auch wegen der Personalprobleme im Stellwerk in Bebra ein Zwangsgeld: Einen Bescheid mit Zwangsgeldandrohung schickte die Bundesnetzagentur am Montag an die Zuständigen bei der DB Netz AG.

Einen entsprechenden Bericht des Handelsblatts bestätigte gegenüber unserer Zeitung René Henn vom Bereich Eisenbahnen der Bundesnetzagentur. Henn erklärte, in dem Bescheid werde die Bahn aufgefordert, „unverzüglich geeignete Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen für einen eingeschränkten Betrieb zu ergreifen“. 100.000 Euro Zwangsgeld werden der DB Netz AG angedroht, sagte Henn.

Die Personalprobleme im Stellwerk Bebra sind nach Angaben des Sprechers nicht erst seit den massiven Zugausfällen in Mainz bekannt. So wie dort, gibt es auch in Bebra einen akuten Personalmangel. Im Gegensatz zu Mainz sind in Bebra aber laut Bundesnetzagentur noch keine Züge ausgefallen. Anlass für den Bescheid seien vielmehr Beschwerden von Eisenbahnverkehrsunternehmen gewesen.

Auf Nachfrage erklärte von der Cantus-Bahn Susanne von Weye, dass auch der Cantus von den Personalproblemen im Stellwerk Bebra betroffen gewesen sei. Darüber hinaus wolle man vonseiten des Cantus keine Stellungnahme abgeben. Steffen Müller vom Nordhessischen Nahverkehrsverbund (NVV), der den Kunden eine Fünf-Minuten-Garantie gibt, sprach von einem falschen Sparkurs der DB Netz AG. Es sei ein Skandal, was da passiere.

Ein Sprecher der Bahn erklärte Dienstag, im Frühjahr und im August sei es wegen vorgeschriebener Arbeitsschutzpausen zu Zugverspätungen gekommen. Im Moment laufe der Verkehr wieder normal. Der Bescheid der Bundesnetzagentur werde rechtlich geprüft.Die Bahn werde bundesweit 340 neue Fahrdienstleiter einstellen, so dass dann rund 600 Mitarbeiter zur Verfügung stünden. (ank)

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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