Geschäftsführer sieht Entsorgung von Medikamenten im Hausmüll skeptisch

AZV zieht bei Arznei nicht mit

Bebra / Bad hersfeld. Der Müllabholzweckverband Rotenburg mit Sitz in Bebra (MZV) lässt Medikamente bei Apotheken neuerdings in Hausmülltonnen sammeln. Das senkt die Kosten, wenn alte Arznei nicht mehr als Sondermüll entsorgt wird (wir berichteten). Georg Körner, Geschäftsführer des für den ganzen Landkreis zuständigen Abfallwirtschafts-Zweckverbands Hersfeld-Rotenburg (AZV), will dabei jedoch nicht mitmachen.

„Wenn die Medikamente separat eingesammelt werden, so dürfen sie nach Abfallrecht anschließend nicht mit Hausmüll vermischt entsorgt werden“, schreibt Körner. Von einer getrennten Sammlung könne aber keine Rede sein, entgegnet der MZV-Geschäftsführer Bernhard Skolik. Schließlich würden die Medikamenten-Tonnen gemeinsam mit dem übrigen Hausmüll abgeholt.

Auch über die Sicherheit macht sich Körner Gedanken: „Es dient der allgemeinen Sicherheit, wenn die Medikamente nicht in oder auf der Mülltonne für jedermann zugänglich sind.“ Deshalb hätten die neuen Arzneimittelbehälter einen abschließbaren Deckel. „So ist sichergestellt, dass sich niemand bedient und Medikamente nicht in die falschen Hände fallen“, erklärt Skolik. Dafür würden auch die Apotheker Sorge tragen, die diese neuen Tonnen bei sich aufstellen.

Krebsmittel sind Sondermüll

Sie seien auch am besten in der Lage, die wenigen Stoffe auszusortieren, die tatsächlich nicht mit dem Hausmüll entsorgt werden dürfen. Dazu zählt laut AZV-Chef Körner die Gruppe der zytoxischen und Zytostatischen Krebsmedikamente. Sie müssten als Sonderabfall entsorgt werden.

Aus diesen Überlegungen heraus bleibe der AZV bei dem „bewährten Entsorgungsverfahren“, schreibt Körner. Der MZV hingegen setzt auf seine neue Methode, mit der er bei etwa 1,5 Tonnen Medikamenten pro Jahr über 1100 Euro sparen will: „Uns geht es vor allem darum, den Bürgern Kosten zu sparen“, sagt Skolik.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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