Blick soll auch in Zukunft frei bleiben

Ziegen pflegen Denkmal: Rodungsarbeiten am Denser See gehen weiter

Wieder so wie es früher war: Nach den ersten Rodungsarbeiten ist um den Denser See jetzt nicht mehr alles zugewachsen. Das Foto oben rechts zeigt einen Hang kurz nach der Rodung, das Foto darunter einen der ersten Pflegeabschnitte, wie er heute aussieht, nachdem das Grün schon wieder gesprießt ist. Auf dem letzten Foto sind die Ziegen als Landschaftspfleger tätig. Fotos: Christian Löffler, Frank Dittmar/nh

Dens. Der Denser See ist ein besonderes Fleckchen Erde. Doch der See und seine Felsen sind in den vergangenen Jahren immer mehr zugewachsen. Das hat auch den Denser Ortsvorsteher Reiner Hollstein gestört. Deshalb wandte er sich an die Untere Naturschutzbehörde, mit der Bitte, diesen besonderen Ort wieder in seinen früheren Zustand zu bringen und ihm den alten Zauber zurückzugeben.

Von den Felsen war in den vergangenen Jahren nicht mehr viel zu sehen. Büsche und junge Bäume hatten sich in dem Naturdenkmal mächtig ausgebreitet. „Größere Bereiche waren mit der nicht heimischen Fichte bewachsen“, erläutert der Pressesprecher des Landkreises, Dirk Herrmann. Von den schönen Hängen mit den typischen Magerrasenarten sei nicht mehr viel übrig geblieben.

Die Verantwortlichen entwarfen einen Plan, um den Wildwuchs dauerhaft in den Griff zu bekommen. Der erste gemeinsame Schritt war, eine Beweidung für das Naturdenkmal zu organisieren. Für die Hänge am See und den starken Wildwuchs kamen nur Ziegen in Betracht. Glücklicherweise konnte ein Ziegenhalter aus dem Werra-Meißner-Kreis für die Beweidung gefunden werden.

Im Spätsommer 2015 fand dann der erste Weidegang statt und die vierbeinigen Landschaftspfleger räumten das Gelände mit ihrem großen Appetit sehr gut auf.

Den nächsten Schritt machte die Freiwillige Feuerwehr Dens mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfern. An mehreren Tagen trafen sich die mit Holzfällarbeiten erfahrenen Denser und arbeiteten den Pflegeplan ab. Mit dabei waren Mitglieder der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr Dens, berichtete Wehrführer Christian Löffler.

Der Kreisausschuss des Landkreises Hersfeld-Rotenburg finanziert das Projekt. Der Lohn für die harte Arbeit der vielen Ehrenamtlichen wird in die Vereinskasse gehen, teilte Pressesprecher Herrmann mit.

Das war aber nur der Startschuss für einen langfristigen Prozess. In den nächsten Jahren werden weitere Rodungsarbeiten folgen. Viele Bäume, darunter so prägende Bäume wie die knorrigen Buchen in der Felswand, werden dabei natürlich stehen bleiben.

Die Ziegenherde wird jetzt jedes Jahr vorbeikommen. Ortsbeirat und Untere Naturschutzbehörde hoffen, dass ihr Ziel so erreicht werden kann. Ihr Plan ist, einen „aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wertvollen Standort mit Felsen und Magerrasen für Vögel, Kleinsäuger und Insekten zu erhalten“.

Und die Denser können ihren See und die Kalkklippen wieder ungetrübt erleben. So berichtete Ortsvorsteher Hollstein schon begeistert: „Wir haben, bis auf eine Ausnahme, nur positive Resonanz bekommen“.

Quelle: HNA

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