Häcksler schafft zehn Reihen Mais auf einmal

Bei der Ernte von Silomais kommt moderne Technik zum Einsatz

Die Körner sind reif: Fahrer Patrick Möller und die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands, Anke Roß, begutachten auf dem Feld bei Friedlos die Kolben der Maispflanzen. Im Hintergrund wartet der Maishäcksler auf seinen Einsatz. Fotos: Eisenberg

Friedlos. Patrick Möller hat alles im Blick. Die Kabine es Fendt-Maishäckslers bietet dem Fahrer freie Sicht auf das 7,5 Meter breite Schneidwerk. Zehn Pflanzenreihen kappen die Messer gleichzeitig.

Wie Streichhölzer knicken die übermannshohen Pflanzen um, Einzugswalzen raffen sie zusammen und transportieren sie ins Innere der Maschine. Möller steuert den 625-PS-Koloss an diesem Tag über die Felder des Friedloser Landwirts Frank Goßmann. Gemeinsam mit zwei Kollegen bringt der Mitarbeiter des Rotenburger Lohnunternehmens Bengsch die Winterration für die 45 Milchkühe des Familienbetriebs ein. Im Inneren des Häckslers zerschneidet eine Messertrommel Stängel, Blätter und Maiskolben. Der sogenannte Corn-Cracker zermalmt auch die gelben Maiskörner zu feinem Schrot. Über ein Rohr wird das Häckselgut auf einen nebenherfahrenden Anhänger geblasen. Von Ende April bis Mitte Mai – je nach Wetterlage – wird der Silomais ausgesät. Geerntet wird er von Ende September bis Mitte Oktober – als eine der letzten Futterpflanzen des Jahres. Nach wenigen Minuten ist der Häckselwagen mit rund 16 Tonnen gefüllt, das Maisfeld ein gutes Stück kleiner.

Gut drei Hektar pro Stunde schafft der Häcksler bei idealen Bedingungen. Weil nur zwei Traktorengespanne das Häckselgut abfahren, hat die Maschine bei diesem Einsatz immer wieder kleine Pausen. Anderenfalls würde Frank Goßmann auf dem Silo nicht hinterherkommen. Am Winterberg, hoch über dem Fuldatal, fährt der Landwirt gemeinsam mit einem Helfer den Silomais fest. Mit Frontlader und Kreiselegge werden die zerkleinerten Pflanzenteile auf dem Silohaufen verteilt, die Räder der Traktoren verdichten sie. Der schöne Panoramablick am Siloplatz hat eine Kehrseite: Vor dem Füttern muss der Landwirt mit Traktor und Futterwagen jeden Tag hinauf – auch bei Schnee und Eis. Auf dem Hof in der Ortsmitte ist jedoch nicht genügend Platz für ein Fahrsilo.

Silo mit Aussicht: Mit dem Traktor verteilt und verdichtet Frank Goßmann das aufgeschüttete Häckselgut.

Mais sei eine anspruchsvolle Pflanze, die Dünger und gute Böden brauche, erklärt Frank Goßmann. Dank seines hohen Energiegehalts sei er neben Grassilage ein wichtiges Futter für die Kühe, verdeutlicht der 45-Jährige.

Nach rund einem halben Tag sind sechs Hektar Mais abgeerntet und festgefahren. Luftdicht mit Folie abgedeckt wird das Häckselgut zu Silage vergoren – und so als Futter für den Winter konserviert.

 

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Maisernte in Friedlos

Quelle: HNA

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